Drachenflieger in der Luft (Foto: picture alliance  dpa  Ralf Hirschberger)

Mit Weltmeistern und Europameisterin

Deutsche Drachenflug-Meisterschaft: Internationale Elite am Kandel

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Die Elite der Drachenflieger trifft sich gerade zu den internationalen deutschen Meisterschaften am Kandel (Kreis Emmendingen). Mit dabei: drei Weltmeister und die Europameisterin.

Wohin es geht, welche Aufgabe die Flieger bewältigen müssen - das wird täglich aufs Neue entschieden - je nach Wetterlage. An guten Tagen können die Drachenflieger über 100 Kilometer weit fliegen, zum Beispiel vom Kandel, zum Titisee und dann über Wolfach bis nach Waldkirch. Interessierte können vom Boden aus zuschauen: Bei Aufbau und Start am Kandel oder am Landeplatz bei Bleibach. Die Meisterschaften werden vom Drachen- und Gleitschirmflieger Club Schwarzwald ausgetragen und gehen bis Sonntag.

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Windbedingungen sind das A und O

Einfach fliegen - ohne Motor - nur getragen vom Wind. So lieben das die Drachenflieger. Die Thermik spüren, sich noch oben ziehen lassen und mit dem Wind dahin gleiten. Aber bitte nicht zu viel Wind, die Bedingungen am Dienstagmorgen auf dem Kandel, alles andere als optimal: heftige Windböen von über 60 Stundenkilometern, die auch noch ständig drehen. Der Veranstalter ist bei diesen Bedingungen machtlos. Der Titelverteidiger Roland Wöhrle kommt aus der Region, kennt die Bedingungen wie kein Zweiter, aber auch er warnt: bei dem böigen Wind wird Drachenfliegen zur Lotterie.

"Es fühlt sich an, wie eine Waschmaschine im Vollwaschgang, wenn aufsteigende Luft, die Thermik trifft mit wertig horizontaler Luft, dann gibt’s öfter Turbulenzen, die sind sehr unangenehm. Natürlich kann das auch gefährlich werden."

Routen werden mit GPS kontrolliert

Der Start am Dienstag muss mehrfach verschoben. Die Suche nach einer Strecke, die auch bei diesem Wind geflogen werden kann, ist mühsam. Bei Meisterschaften werden genaue Routen vorgegeben. Ein GPS-Sender überträgt die Daten, die Jury kann so am Boden kontrollieren, ob alle vorgegebenen Punkte auch abgeflogen wurden.

Drachenfliegen kann süchtig machen

Drachenfliegen, völlig unabhängig sich stundenlang die Welt von oben anschauen, das kann süchtig machen, so Roland Wöhrle, der amtierende deutsche Drachenflugmeister.

"Mir geht es jetzt unbedingt auch nicht viel besser, als einem Drogenabhängigen, ich möchte das ein bisschen relativieren, aber die Sucht, die ist permanent da, schöne Wolken am Himmel, dann zwickt es überall."

Am ersten Wettkampftag, dem Dienstag, waren es eindeutig zu viele Wolken, der Wettkampf musste abgebrochen werden. Doch die gute Nachricht: in den kommenden Tagen soll das Flugwetter deutlich besser werden.

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