Mehrere Menschen halten ukranische Fahnen hoch. (Foto: SWR, Sebastian Bargon)

Angespannte Stimmung, aber friedlich

Ukrainer und Unterstützer protestieren gegen pro-russischen Autokorso in Freiburg

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Dinah Steinbrink
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Sebastian Bargon

In Freiburg haben am Sonntag rund 140 Menschen gegen einen pro-russischen Autokorso demonstriert. An dem Autokorso nahmen rund 70 Menschen in 25 Autos teil.

Rund 25 Autos, etliche davon mit russischen Fahnen, haben sich am Sonntagmittag auf einem Parkplatz nahe des neuen SC-Stadions im Freiburger Westen getroffen. Im Anschluss wollten sie eine große Runde durch Freiburg fahren, unter dem Motto "gegen Russophobie und für Frieden mit Russland". An dem Treffpunkt versammelten sich zeitgleich rund 140 Menschen, um gegen die Aktion zu demonstrieren. Ukrainer und Ukrainerinnen waren darunter, aber auch etliche Deutsche und auch Russinnen und Russen.

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Angespannte Stimmung, aber friedlich

Die Teilnehmenden des Autokorsos und die der Gegendemonstration standen sich auf dem Parkplatz gegenüber. Die Stimmung war teils angespannt. So versuchten sich beide Seiten zum Beispiel mit Musik und Lautsprechern zu übertönen. Zu Wortgefechten oder Gesprächen kam es nicht. Die Polizei war vor Ort, musste aber nicht eingreifen.

Mehrere Menschen halten Schilder mit ihren Forderungen hoch. (Foto: SWR, Sebastian Bargon)
Die Menschen der Gegendemo in Freiburg fordern Frieden und Hilfe für die Ukraine. Sebastian Bargon

Kritik: Russische Kriegspropaganda in "harmloser" Form

Zu der Gegendemonstration hatten die Deutsch-Ukrainische Gesellschaft Freiburg und die russischsprechende internationale Bürgerinitiative "Engagiertes Freiburg" gemeinsam aufgerufen. Ihr Motto: "Stoppt den Krieg gegen die Ukraine! Keine Toleranz für russische Propaganda!" Denn sie sehen in den Teilnehmenden des Autokorsos "Befürworter des Krieges gegen die Ukraine". Da die offene Unterstützung der russischen Aggression gegen die Ukraine verboten sei, würden Organisatoren solcher Veranstaltungen weltweit - nach dem Vorbild des Kremls - andere "harmlose" Formen nutzen, um ihre Aktivitäten zu benennen. Die gesamte russische Kriegspropaganda stütze sich auf das Konzept der "Russophobie".

"Selbstverständlich stehen wir gegen jede Form der Diskriminierung. Wir können aber nicht stillschweigend dulden, dass in unserer Region Äußerungen zur Unterstützung des Krieges in der Ukraine gemacht werden."

Menschen mit Russland- und Deutschlandfahnen hören einem Mann, der vor ihnen steht, zu. (Foto: SWR)
Bevor der Autokorso startet, hält einer der Verantwortlichen noch eine Ansprache an die Teilnehmenden.

Die Teilnehmenden des Autokorsos hatten an ihren Autos neben russischen Fahnen auch Deutschlandflaggen und Fahnen mit der Friedenstaube angebracht. Die Verantwortlichen wollten sich trotz Nachfrage gegenüber dem SWR nicht zu ihren Anliegen äußern.

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