Ein Deckel für mehr Sicherheit

Clubs und Präfektur gemeinsam gegen K.-o.-Tropfen

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AUTOR/IN
I.Michel, P. Deszempte, France3 Alsace

Kurz weggeschaut und jemand kippt K.-o.-Tropfen ins Glas. Die Opfer werden bewusstlos, oft ausgeraubt oder vergewaltigt. Das soll sich mit der Kampagne "schütze dein Glas" ändern.

K.-o.-Tropfen grassieren im Nachtleben im Elsasss wie in Südbaden. Die Droge wirkt einschläfernd und kann zu Gedächtnisverlust führen. Ein einfacher Deckel soll die K.-o.-Tropfen nun bekämpfen. Ein Elsässer aus Eschau hat ihn entwickelt.

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Der Deckel, der sogenannte Art Sticker, wird auf das Glas oben draufgelegt, befestigt und schon ist der Schutz gegeben. Der Trinkhalm wird einfach durchgestochen. Vincent Wernette, Entwickler Geschäftsführer von Phicogis Europe, ist sich im Klaren, dass es ein bisschen Zeit braucht, die Art Sticker wieder abzuziehen, aber "sollte mir jemand K.-o.-Tropfen verabreichen wollen, ist das nicht ganz so einfach."

14.500 dieser Sticker werden in 30 Nachtclubs und Diskotheken im Bas-Rhin verteilt. Eine Präventionskampagne, die gemeinsam vom Hotel und Gaststättenverband und der Präfektur organisiert wurde. Die Präfektin des Bas-Rhin, Josiane Chevalier, sieht Gefahr im Verzug, denn "das ist ein ernsthaftes Problem, das wir ausschalten müssen. Es hindert die jungen Leute daran zu feiern und macht den jungen Mädchen Angst."

Nicht nur K.-o.-Tropfen landen in fremden Gläsern

Die Bars und Diskotheken sind sich des Problems bewusst. Es werden nicht nur K.-o.-Tropfen in fremde Gläser geschüttet, sondern auch Beruhigungs- und Schlafmittel. Die Gäste sind mittlerweile zwar aufmerksamer geworden, doch ab jetzt soll der Deckel zusätzlich helfen. Das Resultat ist vielversprechend: Clubs, die den Deckel konsequent einsetzen, haben 75 Prozent weniger Opfer durch K.-o.-Tropfen und ähnliche Drogen zu beklagen.

Hier die ganze Sendung "SWR Aktuell BW" mit "Dreiland Aktuell" ab Minute 4:45

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I.Michel, P. Deszempte, France3 Alsace