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Im vergangenen Sommer zu wenig, jetzt zu viel Regen. Er macht den Landwirten zu schaffen. Die Kirschen platzen am Baum und das Getreide vergammelt auf dem Feld.

Auf dem Hof der Familie Körkel in Kehl-Bodersweier steht das Wasser vor der Haustür. Muss Landwirt Hansjörg Körkel auf den Acker, macht er hier den ersten Bogen um eine meterlange Pfütze. Hundert Meter weiter gehen dann die eigentlichen Sorgen los. Bald knöcheltief steht hier das Regenwasser am Rand eines kleinen Feldes. "Das ist eine Saatgutvermehrung Dinkel. Da haben wir jetzt Bauchweh, dass wir den vom Feld kriegen. Das Getreide, das am Boden liegt, ist schwer in den Mähdrescher reinzubekommen. Dann fängt es auch an zu faulen, riecht nicht mehr gut", sagt Hansjörg Körkel.

Schwarze Ähren sind von Pilzen befallen

Im vergangenen Jahr hatte der Landwirt Anfang April begonnen, seine Felder zu beregnen. Jetzt prasselt der Regen unaufhörlich auf die Dinkel-Ähren. Und gleich in der ersten Reihe wird er gewahr, was er schon befürchtet hat: "Da vorne winken jetzt grad zwei Ähren, die sind schwarz. Das ist ein Pilz, der schlechte Körner macht, einen Minderertrag bringt." Wenn der Befall zu stark ist, dann werden solche Partien teilweise aberkannt. Für den Dinkel sieht es schlecht aus. Aber er ist nicht das einzige Sorgenkind des Bauern, der auf 150 Hektar Ackerbau betreibt.

Nach dem Regen müssen Böden für Ernte erst trocknen

"Wintergerste, Braugerste, der Raps und auch der Winterweizen, der muss jetzt unbedingt weg", sagt Körkel. Auch wenn der Regen in den kommenden Tagen aufhört, kann es an etlichen Standorten am Oberrhein noch dauern, bis die Ernte anläuft. Die Böden müssen erst abtrocknen, denn die schweren Maschinen würden auf den durchweichten Feldern enorme Schäden hinterlassen.

Boden kann kein Regenwasser mehr aufnehmen

Padraig Elsner, Sprecher des Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverbands gibt zu bedenken: "Man hat schon einige Bilder von Feldern gesehen, auf denen das Wasser einfach steht. Wir sind an der Grenze dessen, was der Boden aufnehmen kann. Von daher kommt es an vielen Standorten jetzt dazu, dass das Wasser nicht abfließen kann."

Arbeit der Witterung anpassen

Neben den Getreidebauern, haben auch die Obstbauern am Oberrhein mit den Wetterkapriolen zu kämpfen. Viele Kirschen, die jetzt noch am Baum hängen sind inzwischen aufgeplatzt und nicht mehr zu vermarkten. Himbeeren können nicht geerntet werden und verderben am Strauch. Die Landwirte können nur warten und Kraft sammeln für den richtigen Moment. Hansjörg Körkel macht sich auf etwas gefasst: "Es gibt jetzt nichts anderes als abwarten." Sobald es die Witterung zulässt, wird er dreschen bis spät in die Nacht.

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