Waldkindergarten "Schönberg" in Freiburg (Foto: SWR, Charlotte Schönberger)

Kinder in der Pandemie

Warum Waldkindergärten weniger Stress mit Corona haben

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In Kitas und Kindergärten gilt seit dieser Woche Testpflicht. Viele Eltern sind besorgt. In Freiburger Waldkindergärten bleibt man da recht gelassen.

Kindergarten auf, Kindergarten zu, Kindergarten auf: Es sind die Kleinen, die besonders unter der Pandemie leiden. Die Einrichtungen sind nun zwar wieder offen, allerdings gelten strenge Vorgaben und die Corona-Auflagen sind allgegenwärtig. In Waldkindergärten läuft manches anders. Gelüftet werden muss hier etwa nicht, weil die Kinder ohnehin die meiste Zeit an der frischen Luft sind.

Corona wirkt im Waldkindergarten weit weg

Das sonst allgegenwärtige Coronavirus scheint hier weit weg. Zwar gab es in der Gruppe Schönberg, im Süden von Freiburg, auch schon drei positive Corona-Fälle. Doch angesteckt haben die Infizierten nie jemanden. Gerade in diesen Zeiten bewährt sich das Konzept eines Waldkindergartens, ist Juliane Uehlin überzeugt. Die Erzieherin ist Mitgründerin des Vereins Waldkindergarten Freiburg.

"Der Waldkindergarten hat ganz klar den Vorteil, dass wir immer frische Luft haben, wir müssen nicht lüften. Wir haben die Möglichkeit immer draußen zu sein. Wir haben wenig Spielzeug, was alle Kinder gleichzeitig benutzen und man kann unter freiem Himmel viel besser Abstand halten als im geschlossenen Raum."

Kinder werden dreimal pro Woche getestet

Seit dieser Woche müssen die Kinder drei Mal pro Woche getestet werden. Allerdings finden, anders als in anderen Kindergärten, hier keine PCR-Pooltests statt. Der Anfahrt zum Bauwagen sei dem Gesundheitsamt wohl zu umständlich, meint Juliane Uehlin. "Die Eltern hätten lieber Pooltests gehabt. Schnelltests sind nicht so sicher."

Waldkindergarten "Schönberg" in Freiburg (Foto: SWR, Charlotte Schönberger)
Zwischendurch aufwärmen tut gut Charlotte Schönberger

Händewaschen mit dem Wasserkanister

Wie überall ist natürlich auch im Waldkindergarten Hygiene wichtig. Fließendes Wasser gibt es hier draußen allerdings nicht. Als Toilette dient eine Böschung. Die Hände waschen sich die Kinder mithilfe eines Wasserkanisters. Dreimal am Tag versammeln sie sich draußen in einer Reihe und reiben ihre Hände mit Seife ein.

Kinder lieben den Waldkindergarten

Einem der Kinder ist es draußen zu kalt geworden. Im Bauwagen ist ein kleiner, schwarzer Ofen. Die Klappe ist geöffnet und das Mädchen streckt seine Hände Richtung Feuer. "Das kribbelt." In einen anderen Kindergarten zu gehen kann sie sich nicht vorstellen: "Da erstickt man ja fast, wenn man die ganze Zeit drinnen sein muss."

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