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Wer an Corona erkrankt ist oder war, hat möglicherweise mit schwerwiegenden Nachwirkungen zu kämpfen. Das Problem: Die Lungenkrankheit COVID-19 und ihre Folgen sind noch nicht umfassend erforscht. Trotzdem brauchen Betroffene Hilfe.

Viele COVID-19-Patienten brauchen auch nach der akuten Behandlung weiter therapeutische Unterstützung. Erste Kliniken in Südbaden haben sich bereits darauf eingestellt und bieten diesen Patienten Reha-Aufenthalte an. Dazu gehören auch die Privat-Kliniken St. Georg in Höchenschwand im Kreis Waldshut.

Sabrina Gentzsch geht in der Fachklinik St. Georg die Treppen hinauf zum Raum mit den Fitness-Geräten. Der zierlichen jungen Frau ist nicht anzusehen, was sie seit Neujahr durchgemacht hat, als sie positiv auf Corona getestet worden ist. Die 35-Jährige, die selbst Ärztin in einer Freiburger Praxis ist, wird bei ihrem Reha-Aufenthalt in Höchenschwand von ihrem Mann und der dreijährigen Tochter begleitet.

Maßgeschneidertes Reha-Programm bei Erschöpfung und Kurzatmigkeit

Dass Sabrina Gentzsch, die Nichtraucherin ist und keine Vorerkrankungen hatte, jetzt mühelos Treppen laufen kann, ist ein großer Fortschritt. Zu diesem erstaunlichen Erfolg hat die Physio-Therapeutin Kathrin Grunow beigetragen. Sie hat sich für Sabrina Gentzschs Reha ein maßgeschneidertes Tag für Tag-Programm ausgedacht. Denn neben einem allgemeinen Erschöpfungszustand ist Kurzatmigkeit typisch für Patienten nach COVID-19. Das hat Physio-Therapeutin Kathrin Grunow bei den rund 60 Patienten, die bislang zur Reha in die Fachklinik St. Georg in Höchenschwand gekommen sind, immer wieder festgestellt.

Herzrhythmus-Störungen müssen mit Medikamenten therapiert werden

Von guten Therapie-Erfolgen bei Kurzatmigkeit und Erschöpfung spricht Chefarzt Robert Müller. Da helfe oft ein ausgeprägtes Ausdauer- und Kraft-Training während eines durchschnittlich dreiwöchigen Aufenthalts. Schwieriger sei es allerdings wenn Patienten Herzrhythmus-Störungen haben. Da helfen nur Medikamente, sei er sich mit der Kardiologin der Klinik, Irene Brombacher einig.

Möglichkeit einer COVID-19-Reha vielen Hausärzten nicht bekannt

Frank Porten, der Inhaber der Familien geführten Fachklinik, hat die Erfahrung gemacht, dass viele Hausärzte gar nicht wissen, dass sie für COVID-19-Patienten einen Reha-Aufenthalt beantragen können. Am Donnerstag nächster Woche indes geht es für Patientin Sabrina Gentzsch wieder zurück in den Alltag und übernächste Woche wohl schon zur Arbeit in der Freiburger Arztpraxis.

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