Baden-Württembergs Landesregierung verschärft erneut die Corona-Beschränkungen. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Daniel Karmann (Symbolbild))

Verwirrung um neue Corona-Regeln in Baden-Württemberg

2G-Plus: Freiburger genervt bis erfreut

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Ausnahmen bestätigen die Regel: Was genau bedeutet 2G-Plus in der Gastronomie, in Fitnessstudios oder beim Friseur? Wer darf was? Und was heißt das für die Geschäftswelt?

Wo 2G-Plus gilt, dürfen eigentlich nur Geimpfte oder Genesene mit einem zusätzlichen negativen Testergebnis rein. Aber es gibt Ausnahmen: Geimpfte, deren vollständige Impfung nicht länger als sechs Monate her ist, sowie Genesene, deren Infektion maximal sechs Monate zurückliegt, sind von der Testpflicht bei 2G-Plus ausgenommen. Auch für Menschen mit Booster-Impfung gilt keine Testpflicht.

Kurzfristige Änderungen verunsichern Gastronomen und Gäste

Diskussionen am Fischstand in der Freiburger Markthalle über das Hin und Her bei 3G, 2G und jetzt 2G-Plus. Die Verkäuferin genervt, und auch ein norddeutscher Stammkunde schüttelt verständnislos den Kopf. Er fühle sich wie im Hamburger Ohnsorgtheater, sagt er. "Erst hieß es 2G-Plus, das war klar, dann hieß es auf einmal mit der dritten Impfung geht es doch, und nun kann man auch noch essen gehen, wenn die Impfung noch nicht mehr als sechs Monate her ist - bisschen durcheinander alles."

Auch der Freiburger Friseur Oliver Roth ist alles andere als zufrieden mit der Corona-Politik im Land. Er hat viele Kundinnen und Kunden verloren, obwohl bei ihm im Geschäft noch immer 3G-Plus gilt, was heißt: Ungeimpfte müssen einen negativen PCR-Test vorlegen.

"Die Ungeimpften kommen nicht mehr. Und wir haben 30-40 Prozent weniger Umsatz."

Nachträgliche Ausnahmen helfen Unternehmen und Kunden aber auch

Trotz eines ausgeklügelten Hygiene- und Sicherheitskonzepts hat Daniel Giese von Kieser Training Freiburg pandemiebedingt rund 400 Kundinnen und Kunden verloren. Nachdem er zunächst von der 2G-Plus Regel ausging, freut er sich jetzt über die Ausnahmen in der Änderung der Corona-Verordnung in Baden Württemberg.

"Wenn die Kunden in dem Sechs-Monate-Impfbereich sind, können sie kommen. Und bei uns, muss man sagen, sind schon gut 70 Prozent mit dem Booster geimpft."

Das baden-württembergische Gesundheitsministerium hat Fehler rund um die Veröffentlichung der neuen Corona-Regeln eingeräumt. Es sei sehr schwer gewesen, nach dem Bund-Länder-Gespräch innerhalb von 24 Stunden eine rechtssichere Verordnung abzustimmen, sagte ein Sprecher.

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