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Alles anders 2021 - das gilt zurzeit besonders für die Fasnacht. Wir lassen jeden Tag ab dem Schmotzigen Donnerstag eine Närrin oder einen Narren aus Südbaden zu Wort kommen - und jammern.

Am Dienstag - Walter aus Deißlingen

Die Geschichte der Hagenverwürger beruht auf einer wahren Begebenheit. Im Jahre 1910 sollte einem jungen Stier, einem Hagen, ein Nasenring verpasst werden, wogegen sich das Tier aber heftig wehrte. Die vier an der Aktion beteiligten Männer sollen das Tier mit einem Seil durch den Futterladen im Stall gezogen und fixiert haben. Das schien zu klappen und der herbeigerufene Schmied zog dem jungen Bullen den Ring durch die Nase. Als die vier Männer dann die Seile wieder gelockert haben, plumpste das Tier einfach auf den Boden – sie hatten das Tier versehentlich (v)erwürgt. Ein Metzger in Schwenningen verarbeitete das Fleisch und machte die Geschichte bekannt.

Am Montag - Martina Flamm aus Waldkirch

Die Narrenzunft Suggental s’Schreckli ist 1976 gegründet worden. Die etwa 130 Mitglieder sind am rot-schwarzen Häs zu erkennen. Ein wichtiges Merkmal ist auch die Holzlarve, also die Maske. Die Figur heißt „s‘Schreckli“, passend dazu gibt es den Schrecklimarsch, der bei allen Umzügen und Veranstaltungen gespielt wird.

Am Sonntag - Lena Grimm aus Grenzach-Wyhlen

Die Rötelstei-Füchs sind wegen einer Fuchsplage entstanden, die lange zurückliegt. Ausgangspunkt der Plage im 15. und 16. Jahrhundert war ein Felsen oberhalb von Grenzach, der besagte Rötelstei. Das Häs besteht aus einer Holzmaske, die einem Fuchs nachempfunden ist, und aus einem braun-roten Fell. Braune Handschuhe, Schuhe und ein brauner Konfettibeutel komplettieren das Häs. Sie sind eine Clique der Narrenzunft Grenzach.

Am Samstag - Stefan Link aus Gundelfingen

Aus einer Idee für die Schulfasnet 1994 ist eine richtige Zunft entstanden: die Gundelfinger Dorfhexen. Auch ihre Veranstaltungen sind dieses Jahr auf Eis gelegt - aber sie lassen sich nicht unterkriegen. Ein blau-rotes Gewand im Trachtenstil, Besen und Holzmasken sind ihre Markenzeichen. Ihre Traditionen bestehen aus der Katzenmusik, die Fasnetsfridig durchs Dorf zieht, dem Taganrufen am Fasnetsmändig und der Fasnetsverbrennung am Fasnetszischdig.

Am Freitag - Stephan Vatter aus Waldshut

Die Narro-Zunft Waldshut trägt die Jahreszahl 1411 in Namen. Sie gehört damit zu den alten und traditionsreichen Zünften der schwäbisch-alemannischen Fasnacht - Zunftmeister ist zurzeit Stephan Vatter ist. Er ist verkleidet als eine der drei alten Figuren der Waldshuter Fasnacht, als Geltentrommler. Sein langes Nachthemd, die Zipfelmütze und das rote Halstuch zieht er am „Schmutzige Dunschdig“ morgens um 5 Uhr an. Dann wird das eingefettete Gesicht in einen Zuber voll Mehl gehalten und einmal fest gepustet: Fertig ist die Narrenmaske, die den ganzen Tag und auch länger hält. Am Schmutzige Dunschdig werden die Menschen in der Stadt um 5 Uhr früh mit lauten Trommeln geweckt. Der Waschzuber – alemannisch: Gelten - dient als Trommel. Holzlöffel sind die Schläger. Der Rhythmus ist so einfach und einprägsam wie das Lied dazu: „Hüt goht d’Fasnacht a mit de rote Pfife!“

Am Schmotzigen Donnerstag - Thomas Decker aus Offenburg

Keine Fasnachts-Taufe, keine Bohnensuppe in der Innenstadt - aber Hoffnung für 2022? Thomas Decker von der Althistorischen Narrenzunft Offenburg berichtet, wie sich die Fasnacht 2021 anfühlt:

Traditionen und Mundart nicht nur zur Fasnacht unterstützt auch der Verein Muettersproch-Gsellschaft.

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