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In Sachen Corona-Lockdown sind die Nachbarn am Oberrhein schon einen Schritt voraus. Die Schweizer haben bereits am Donnerstag die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie verschärft. Frankreich seit Freitag.

Straßburg im Lockdown. Doch es könnte auch ein fast normaler Tag in den Herbstferien sein, bevor am Montag wieder die Schule beginnt. Bahnen und Busse fahren, die Straßburger können zur Arbeit gehen, wenn sie eine Bescheinigung haben.

Auch wenn die kleinen Geschäfte rebellieren: die Läden mussten schließen, nur notwendige Einkäufe sind weiter möglich. Optiker, Tabakläden, Lebensmittelgeschäfte bleiben offen - Restaurants dagegen geschlossen. Die Gastwirte müssen wieder neu organisieren, teilweise Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken, den Lieferservice ans Laufen bringen.

"Wir sind nach den letzten Monaten alle etwas erschöpft, meine Mitarbeiter und ich. Wir müssen jetzt alle zusammenstehen, um diese schwierige Situation zu meistern."

Vincent Viaud, Gastronom in Straßburg

Einkaufen in Deutschland können die Elsässer weiterhin, wenn sie Berufspendler sind oder der Supermarkt nicht mehr als einen Kilometer von ihrem Zuhause entfernt liegt.

Verschärfte Maßnahmen in der Schweiz auf unbestimmte Zeit

Sperrstunde für Restaurants und Bars – zwischen 23 und 6 Uhr. Der Schweizer Gaststättenverband kritisiert die Regelung und fordert finanzielle Entschädigung nach deutschem Vorbild. Urs Pfäffli, Präsident Gastro Zürich-City: "Ich denke mit diesen Maßnahmen haben die Leute wirklich Angst und kommen gar nicht mehr. Besser wäre es, wenn man harte Maßnahmen macht, ganz schließt und klar dazu steht und es dann ein Hilfspaket gibt. Damit man wieder eine Perspektive hat."

Die Maskenpflicht wurde ausgeweitet, Diskotheken sind geschlossen, Veranstaltungen mit mehr als 50 Personen verboten: Im Elsass gelten wie im restlichen Frankreich die verschärften Maßnahmen bis zum 1. Dezember, in der Schweiz bislang auf unbestimmte Zeit.

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