Vorbereitungen auf die Fünfte Jahreszeit

Corona & Konfetti: Narren in Villingen-Schwenningen vor der Fastnacht 2022

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Samantha Happ
Samantha Happ (Foto: DASDING)

Die Narrenzünfte blicken besorgt auf die kommende Fastnacht, auch wenn es in Südbaden noch etwas dauert, bis es so richtig losgeht.

Während es beim rheinischen Karneval am 11.11. schon "Alaaf" und "Helau" heißt, startet die schwäbisch-alemannische Fastnacht traditionell erst zum 6. Januar. Doch wie dieser Start aussehen kann, das ist vielen Narrenzünften aktuell noch unklar.

Unter dem Motto "Jedem zur Freud und niemand zum Leid" möchten tausende Narren und Fastnachtsfreude endlich wieder in ihre Kostüme und Häser springen und gemeinsam Fastnacht feiern. Nachdem die Fünfte Jahreszeit schon im letzten Jahr wegen Corona ausfallen musste, zeigen sich auch derzeit viele Narrenzünfte besorgt über die steigenden Corona-Fallzahlen und überfüllten Intensivstationen.

Eine Fastnacht mit Hygiene-Konzept und Kontrollen

Wie bei allen anderen Veranstaltungen, gelten auch an Fastnacht die gängigen Hygiene- und Abstandsregeln, abhängig von der jeweiligen Coronastufe. Das kann zum Beispiel auch Maskenpflicht bei Fastnachtsbällen bedeuten - für einen Narr gar kein Problem? Die liebevollen Holzschemmen und Larven sind damit aber leider nicht gemeint.

Auch Fastnachtsumzüge stehen auf der Kippe

An der frischen Luft sollte es doch eigentlich keine Probleme geben, so glauben viele. Doch gerade bei Fastnachtsumzügen, wo Menschen dicht gedrängt am Straßenrand stehen, sich an Gutsle und anderen Süßigkeiten erfreuen und die kunstvollen Häser bestaunen, sind Abstandsregeln und Maskenpflicht nur schwer zu kontrollieren.

Wer ist für die Kontrollen zuständig?

Ganz abgesehen davon, dürfte es vielerorts unmöglich sein, ganze Städte abzusperren und die jeweilige 2-G- oder 3-G-Regel bei allen Besucherinnen und Besuchern sowie Anwohnerinnen und Anwohnern zu kontrollieren. Die große Frage, die sich vielen Zünften aktuell noch stellt, ist die nach der Zuständigkeit und Haftung, falls es doch zu Corona-Infektionen kommen sollte.

Aktuell läge die gesamte Verantwortung für die Kontrollen und Haftung bei Saal- und Straßenfastnacht hier noch bei den Zünften und ihren Zunftmeistern selbst. Doch die wenigsten von ihnen können diesen Aufwand allein durch ehrenamtliches Engagement stemmen - zumal sie keinerlei juristische Handhabe gegen jene haben, die sich den Regeln widersetzen. Die Kosten für einen Security-Dienst übersteigen die finanziellen Möglichkeiten der meisten Narrenzünfte bei weitem.

Kinder: Ein großes Problem bei dieser Fastnacht

Eine Fünfte Jahreszeit ohne strahlende Kinderaugen - unvorstellbar. Gleichzeitig sind diese nicht geimpft, teilweise von der Maskenpflicht befreit und haben zu dieser Zeit Fastnachtsferien, werden damit nicht mehr regelmäßig getestet.

"Für die Kinderumzüge und für die Kinderveranstaltungen müssen wir noch ein großes Fragezeichen dahinter setzen."

Dieses große Fragezeichen zeigt sich derzeit noch hinter vielen Veranstaltungen der kommenden Fastnacht. Von Seiten des Sozialministeriums und Innenministeriums möchte man nun erstmal die heutigen Feiern zum Karnevalsbeginn in Köln und Düsseldorf beobachten. Auch der bevorstehende Weihnachtsmarkt in Stuttgart wird bei den Entscheidungen eine Rolle spielen, um dann den Narrenzünften hoffentlich mit konkreten Plänen gegenübertreten zu können.

"Alles abzusagen, wie es letztes Jahr der Fall war, das kann man in diesem Jahr nicht mehr machen. Da wird auch die Akzeptanz in der Gesellschaft fehlen."

Auch der Zunftmeister der Historischen Narrenzunft Villingen warnt davor, Umzüge und Veranstaltungen nicht stattfinden zu lassen. Denn dann gingen die Narren einfach trotzdem auf die Straße, völlig chaotisch und vor allem völlig unkontrolliert. Viele der Narrenzünfte hoffen dabei nun auf Unterstützung von Seiten der Städte und dem dort angesiedelten Ordnungsdienst - damit im nächsten Jahr hoffentlich wieder eine glückselige Fasnet stattfinden kann.

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