Jahrespressekonferenz von Caritas International in Freiburg (Foto: SWR, Jessica Hans)

Pandemie, Hunger, Flut

Caritas International meldet Spendenrekord - noch nie so vielen Menschen geholfen

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Wera Engelhardt

Pandemie, Hungersnot, Klima - es gibt viele Krisen weltweit. Immerhin: Die Menschen sind bereit zu helfen. Die Hilfsorganisation Caritas International meldet mehrere Rekorde.

Die katholische Hilfsorganisation Caritas International mit Sitz in Freiburg hat im vergangenen Jahr eine Rekordsumme an Spenden eingesammelt. Rund 89,5 Millionen Euro seien 2021 zusammengekommen, teilte Caritas International am Mittwoch in Freiburg mit. Im Vorjahr seien es rund 36,7 Millionen Euro gewesen.

Mehr Menschen geholfen denn je

Insgesamt wurden den Angaben zufolge im vergangenen Jahr weltweit rund 640 Projekte in fast 80 Ländern mit knapp 100 Millionen Euro gefördert. Damit habe man mehr als sechs Millionen Bedürftigen helfen können, sagte die Präsidentin des Deutschen Caritasverbands, Eva Maria Welskop-Deffaa, bei der Vorstellung des Jahresberichts. Das seien mehr Menschen als je zuvor.

Gleichzeitig nimmt nach Einschätzung der Hilfsorganisation die Zahl der Krisen weltweit zu. In Deutschland war das Jahr 2021 geprägt von der Corona-Pandemie und der Flutkatastrophe am Fluss Ahr in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Weltweit verschärfe sich unterdessen eine Hungersnot, wie es sie vielleicht noch nie gegeben habe, sagte der Chef von Caritas International, Oliver Müller: "Noch nie haben so viele Menschen an Hunger und Unterernährung gelitten.

Große Spendenbereitschaft für Ukraine-Krise

Insbesondere mit Blick auf staatliche Förderung mahnte Müller an, unter dem Eindruck der Ukraine-Krise andere notleidende Länder der Erde nicht aus dem Blick zu verlieren. "Wir dürfen Länder nicht vernachlässigen, weil sie uns vielleicht weniger nah oder geopolitisch weniger von Interesse sind."

"Es ist kein Abwärtstrend bei Spenden außerhalb der Ukraine zu erkennen".

Die Ukraine-Krise habe im Frühjahr eine "überwältigende Spendenwelle" ausgelöst, sagte Müller weiter. Entgegen anfänglicher Sorge seien die Menschen aber auch noch bereit, für andere Projekte oder ganz allgemein an Caritas International zu spenden. "Das zeigt auch die große Aufgeklärtheit der Spenderinnen und Spender."

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