Verzweifelt versuchen Afghanen sich Zugang in ein Flugzeug zu verschaffen (Foto: SWR)

Caritas-Büroleiter aus Kabul

Augenzeuge über Ausreise aus Afghanistan: "Ich wurde aus der Menge gefischt"

STAND

Mitarbeitende von Caritas International sind aus Afghanistan zurück in Deutschland. Auch der bisherige Büroleiter des katholischen Hilfswerks in Kabul.

Stefan Recker, der bisherige Büroleiter des katholischen Hilfswerks Caritas International in Kabul, ist am Mittwochnachmittag in Freiburg eingetroffen. Er war von der Bundeswehr kurzfristig aus Kabul evakuiert und über Taschkent in Usbekistan nach Frankfurt geflogen worden.

Die Lage am Flughafen in Afghanistan sei bei seiner Abreise chaotisch, aber nicht völlig außer Kontrolle gewesen. In Freiburg angekommen schilderte er dem SWR die Szenen bei der Ausreise:

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Weiter Caritas-Mitarbeiter in Afghanistan

Vor Ort sind nach wie vor afghanische Ortskräfte, die bislang im Land gearbeitet haben. Recker betonte, dass jetzt nach Lösungen gesucht werde, alle Ortskräfte vor den Taliban in Sicherheit zu bringen. Das könnte eine Rückkehr in ihre Heimatdörfer sein, aber auch eine Ausreise in Nachbarländer Afghanistans oder nach Deutschland.

"Wir von Caritas International bemühen uns, unsere nationalen Teammitglieder aus Afghanistan herauszuholen. Wir wissen allerdings nicht, wie genau."

Das ganze Interview mit Stefan Recker hier zum Nachlesen:

Freiburg

Stefan Recker wieder in Freiburg Caritas-Büroleiter: "Vielen Dank an die Soldaten der Bundeswehr"

Der bisherige Büroleiter von Caritas International in Kabul ist wieder in Freiburg. Seine Eindrücke von der Afghanistan-Ausreise schildert er im SWR.  mehr...

Weitere Rettungsflüge eingetroffen

Am frühen Donnerstagmorgen sind in Frankfurt weitere Maschinen mit Menschen aus Afghanistan gelandet. Die Flieger waren in der usbekischen Hauptstadt Taschkent gestartet - dorthin hatte die Bundeswehr die Menschen zuvor aus der afghanischen Hauptstadt Kabul gebracht. Insgesamt befanden sich rund 500 Menschen an Bord der beiden Flugzeuge. Weitere Flüge aus Taschkent werden in Frankfurt noch erwartet.

Die Bundeswehr hatte in dieser Woche ihre Rettungsaktion für Deutsche und Afghanen begonnen, um sie nach der Machtübernahme der militant-islamistischen Taliban in Sicherheit zu bringen.

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Dabei lobte Lilie deutsche Bundesländer, die sich zur Aufnahme neuer afghanischer Flüchtlinge bereit erklärt haben. Das sei Deutschlands "verdammte Pflicht und Schuldigkeit nach diesem verheerenden Abgang des Westens aus Afghanistan", so der Diakonie-Präsident. Im Interview mit SWR Aktuell-Moderatorin Astrid Meisoll erklärte er außerdem, warum er Verhandlungen mit den radikal-islamischen Taliban für unverzichtbar hält.  mehr...

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