Bundestagsgebäude und U-Bahn-Station (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Premiere für zwei neue Abgeordnete aus Südbaden

Neu im Bundestag: Claudia Raffelhüschen und Takis Mehmet Ali

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Für Quereinsteigerin Claudia Raffelhüschen (FDP) aus Freiburg und Takis Mehmet Ali (SPD) aus Badenweiler beginnt, gemeinsam mit 734 anderen Abgeordneten, das Abenteuer Bundestag.

Claudia Raffelhüschen errang ihr Mandat unverhofft über Nacht

Der Einzug in den Bundestag kam für die 53-Jährige Claudia Raffelhüschen ebenso unerwartet, wie für ihre Partei. Sie hatte für die FDP auf Listenplatz 17 in Baden-Württemberg kandidiert - und eigentlich nicht mit einem Einzug in den Bundestag gerechnet. Die Landesliste errang 16 Mandate, doch der Landtagsabgeordnete Christian Jung nahm seines nicht an. So rückte Claudia Raffelhüschen nach.

"Nachts kam der Anruf und dann haben wir gekuckt, wann fährt der nächste Zug nach Berlin. Es ging alles so schnell, dann stieg schon derjenige in den Zug dazu, der von der Liste sich hat streichen lassen. Der hat mich dann eingewiesen in die Geheimnisse."

Takis Mehmet Ali braucht eine Übergangszeit - schon wegen seiner Klienten

Der 30-Jährige Takis Mehmet Ali mit Wurzeln in Griechenland und der Türkei wurde im Ruhrgebiet geboren und lebt in Badenweiler (Breisgau-Hochschwarzwald). Er ist Verwaltungsleiter der Christophorus-Gemeinschaft, Dozent der Dualen-Hochschule Baden-Württemberg und nun SPD-Bundestagsabgeordneter. Ihm steht der Abschied aus Südbaden noch bevor. Aktuell hat er seine letzte Arbeitswoche im Christophorus Werk in Müllheim, wo er mit Menschen mit Behinderung arbeitet.

"Es ist auf der emotionalen Ebene schwierig, wirklich schwierig. Von jetzt auf gleich einfach die Türen zuzumachen, das werde ich nicht machen, das geht nicht, also wenn ich hier meinen Schlüssel abgebe, dann ist der Schlüssel vielleicht objektiv abgegeben, aber im Herzen definitiv nicht."

Arbeit in Berlin noch ohne Büro

Ein Büro in Berlin fehlt Takis Mehmet Ali noch, er wird es erst im Januar beziehen können. So habe er eben schon mal in einer Bar oder auch draußen auf einer Parkbank gearbeitet, sagt er. In seiner neuen Funktion als Abgeordneter will er die Chance ergreifen, sich für Soziales und Recht stark zu machen, und seiner Wählerschaft Gehör verschaffen.

"Jetzt geht es beispielsweise bald um das Thema Inklusion bei den Koalitionsverhandlungen, und ich durfte dafür ein Papier vorbereiten und an die Koalitionsverhandlungsgruppen mitschicken, also innerhalb der SPD, und das ist ja auch schon mal ein Erfolg, dass jemand hier aus dem Wahlkreis mitwirken kann und, dass das ja sogar gehört wird."

In der Hauptstadt toll aufgenommen

Claudia Raffelhüschen, die mit dem Ökonomen Bernd Raffelhüschen verheiratet und Mutter von drei Kindern ist, hat sich schon gut in der Hauptstadt eingelebt. Nun joggt sie nicht mehr durch Freiburg, sondern um das Berliner Reichstagsgebäude. Diverse Schulungen hat sie auch schon hinter sich.

"Man wird ganz toll aufgenommen, und man hat ja auch viele Kollegen, die auch neu sind, mit denen tauscht man sich aus auch über Ängste: Was kommt auf einen zu, schafft man das? Man hat auch Bedenken, und dann ist man wieder total mutig."

Weitere Neulinge im Bundestag aus Südbaden

Auch weitere Politikerinnen und Politiker aus Südbaden schnuppern in dieser Legislaturperiode erstmals als Abgeordnete Bundestagsluft: So hat Chantal Kopf (Grüne) erstmals das Direktmandat für ihre Partei in Freiburg geholt. Neu ist auch der 31-Jahre alte Yannick Bury (CDU). Er hatte als Nachfolger von Peter Weiß das Direktmandat im Wahlkreis Emmendingen-Lahr geholt. Erstmals dabei ist außerdem Diana Stöcker (CDU), bislang Bürgermeisterin von Rheinfelden (Landkreis Lörrach). Sie hatte im Wahlkreis Lörrach-Müllheim kandidiert und gewonnen, nachdem Armin Schuster dort nicht mehr angetreten war. Wie Claudia Raffelhüschen hat es außerdem Martin Gassner-Herz aus dem Wahlkreis Offenburg für die FDP über die Landesliste in den Bundestag geschafft. Auch er hatte noch nie ein Mandat inne.

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