Foto: Inès Plume (Foto: SWR)

Nachgefragt im Markgräflerland

Wohnen extrem: Bruno Fegers Selbstbauhaus in Eschbach

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Work in progress: Stahlkünstler Bruno Feger erschafft ein Selbstbauhaus. Er ist eins mit ihm, es ist gefühlt wie eine zweite Haut für ihn geworden.

Seit über acht Jahren baut Bruno Feger an seinem Projekt. Wir haben ihn vor zweieinhalb Jahren schon einmal besucht. Jetzt schauen wir nach, was sich an und in seinem Selbstbauhaus inzwischen getan hat und wie wohnlich der damalige Rohbau geworden ist.

Bruno Feger ist Künstler und Stahlbildhauer. Seit Jahren aber vor allem eines: Bauarbeiter. Und zwar der einzige auf seiner Baustelle in Eschbach im Markgräflerland - mitten im Gewerbegebiet. Dort baut er an seinem Atelierhaus. Macht alles, wirklich alles selbst. Bis drei Meter Höhe Stein für Stein von Hand, dann hat er sich einen Kran zugelegt.

Wohnen extrem – im wahrsten Sinne des Wortes.

Die SWR Reporterin Inès Plume hat ihn dort jetzt zum zweiten Mal besucht. Bruno Feger begrüßt sie strahlend lächelnd:

"Herzlich willkommen im Atelierhaus Feger. So, das hier ist jetzt also der Eingangsraum. Also hier unten ist das Haus teilweise im ganz rohen Zustand. Es dauert schon einige Jahre, ja. Dazu muss man natürlich wissen, dass das Haus zu mindestens 95 Prozent eben selbst mit den zwei Händen, mit dem Kopf, gebaut wurde."

Das ganze Treppenhaus wird auch immer als Wechselgalerie für Kunstwerke zu verstehen sein. Im Präsentationsraum gibt es Besonderheiten wie Sichtbeton mit Leuchtröhren. In hebräischer Schrift angeordnet steht da: Licht. Es gibt immer wieder neue Details zu sehen. So hat Bruno Feger beispielsweise lackierte Abfallbretter zu einer Schalung zusammengebaut und die Farbe hat sich dann durch den Druck in den Beton hineingedrückt. Bei der Abnahme der Schalung entstand dann ein malerisches Bild durch die Farbreste der Bretter. Überall sind sehr liebevolle Details zu entdecken - wie schon beim ersten Besuch auf der Baustelle. Damals, in der provisorischen Küche, gab es einen witzigen Lampenschirm, erschaffen aus einer Blechdose in der einmal Aprikosen waren.

Wenn Bruno Feger Zeit hätte, würde er am liebsten nur auf dem Boden in seinem Haus sitzen und von morgens bis abends hier die Lichtstimmung, oder die Farbveränderung über das ganze Jahr hinweg beobachten, erzählt er. Blickachsen von innen nach draußen: das war für ihn schon beim Bauen ein zentrales Element.

Mit jedem Stück weniger Baustelle hat Bruno Feger wieder mehr Zeit für seine Stahl-Skulpturen. Raum für seine Ideen. Seit 30 Jahren träumt er davon, ein eigenes Haus, eine eigenes Atelierhaus, einen Ort zu erschaffen. Seine Baustelle und er - inzwischen sind sie irgendwie eins - wie eine Beziehung. Er weiß nicht, ob er ein Ende finden will. Er denkt über den Bau nach, gleichzeitig aber auch über sich.

Bruno Fegers Atelierhaus ist wie ein Blick tief in sein Leben

Ganz Künstler sagt Bruno Feger: "Das ist - it‘s me. Das mag sich komisch anhören, aber es ist tatsächlich so, dass ich mir hier eine Hülle um mich herum gebaut habe. Neben der Kleidung eine zweite architektonische Hülle. Und das kann die große Erfahrung von Hausbau auch sein, über das selbst Schaffen, über das selbst Bauen - dass das wirklich auch eine ganz besondere Geschichte ist, die man dann auch erleben kann."

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