Gestapelte Holzscheite (Foto: SWR)

Holzpreise steigen

Starke Nachfrage: In der Ortenau wird das Brennholz knapp

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Anne Graser

Nicht nur Öl und Gas, auch Brennholz ist teurer geworden. Forstwirte in der Ortenau spüren eine deutlich höhere Nachfrage und können kaum noch liefern.

"Die Situation ist gerade ziemlich turbulent, die Leute wollen Brennholz, fragen nach einer zweiten Lieferung. Ich kann im Moment nur meine alten Kunden berücksichtigen." Das berichtet Roland Wußler aus Gengenbach-Reichenbach im Ortenaukreis. Seine beiden Lager mit den Holzscheiten für Kachel- oder Schwedenöfen sind demnächst leer.

Keine Neukunden mehr

Mehr Nachschub gibt es so schnell nicht, denn das geschlagene Holz muss erstmal trocknen, zwei oder drei Jahre lang, je nach Holzart. Das bedeutet: Wußler nimmt im Moment keine neuen Kunden an. Wegen der hohen Nachfrage – und weil auch er höhere Energiekosten hat – kostet der Ster Holz jetzt 100 Euro bei ihm.

Privatleute legen Vorräte an

Normalerweise sind die Monate jetzt gar nicht die Zeit für Holzlieferungen, sondern fürs Bäume schlagen. Wußler hat aber gemerkt, dass einige schon Ende des Jahres Vorräte angelegt haben. "Die Nachfrage ist noch nie so dagewesen, dass die Leute ein zweites Mal Holz bestellen über den Winter."

"Brennholz geht weg wie warmes Brot."

Auch anderswo in der Ortenau ist die Nachfrage groß, zum Beispiel in Neuried und Meißenheim. "Brennholz geht weg wie warmes Brot", erzählt Forstrevierleiter Gunter Hepfer. "Die Leute bunkern." Er berichtet, es gebe sehr viele Nachfragen - und sieht durchaus auch einen Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg.

Baggerschaufel voll mit Holzscheiten (Foto: SWR)
Brennholz für Kachel- und Schwedenöfen ist im Moment sehr nachgefragt.

Auch Industriekunden melden sich in der Ortenau

Nicht nur Privatleute wollen Holz, sondern auch Betriebe. Bei der Waldservice Ortenau in Ohlsbach klingelt das Telefon ebenfalls häufiger. Die Genossenschaft vertritt Kommunen und Forstbetriebsgemeinschaften. Vorstand Kurt Weber: "Ich habe vor allem überregionale Betriebe, die jetzt bei uns anfragen, ob sie noch etwas bekommen können. Zum Beispiel aus Stuttgart.“

Warnung vor dem "Klopapier-Effekt"

Für manche Sägewerke werde auch zum Problem, dass in einigen Bundesländern weniger Bäume geschlagen werden dürften, meint Weber. Insgesamt sieht er die Situation aber trotzdem recht entspannt: "In den vergangenen Jahren hatten wir ein Überangebot, jetzt haben wir gerade ein bisschen ein Unterangebot." Er rate, die Situation mit Augenmaß zu betrachten und warnt vor dem "Klopapier-Effekt". Dann werde jeder sein Brennholz bekommen.

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