STAND

Ein toter Tannenbaum zu Weihnachten? In Lutzelhouse im Elsass schockt das niemanden. Der Wald ist von der Trockenheit extrem gezeichnet, deshalb setzt der Bürgermeister ein Zeichen.

Er ist weder der größte, noch der schönste Tannenbaum. Dennoch hat man ihn in Lutzelhouse im Elsass aus dem Wald geholt. Ein trauriger, brauner Christbaum mit einer ganz besonderen Weihnachtsbotschaft von Louis Batt, dem Bürgermeister von Lutzelhouse: "So wollen wir die Bevölkerung sensibilisieren und auf den Zustand unserer Wälder aufmerksam machen. Schon seit zwei Jahren haben wir bei den Fichten mit schwerem Borkenkäfer-Befall zu kämpfen. Und nun gehen die Weißtannen zugrunde. Die Folge der Erderwärmung. Ein Phänomen, das wir in den vorangegangenen Jahren nicht hatten."

Dauer

Mit toten Tannenbäumen Weihnachten feiern? Im Dorf schockt das niemanden. René Della Vecchia, ein Einwohner aus Lutzelhouse sieht das realistisch: "Die Natur geht zugrunde. Weihnachten ist ein Fest, klar. Aber wir müssen unseren Alltag im Auge haben – was wird aus der Zukunft unserer Kinder und Enkel werden?"

In den Wäldern über dem Ort bietet sich ein trostloses Bild. Nicht Stürme haben dort eine Verwüstungen verursacht, sondern die große Trockenheit. Fünfzehn Prozent des kommunalen Waldes sind bereits betroffen. Grüne Nadeln am Boden, wie auch Harzspuren sind der Beweis. Die Forstverwaltung will nun Bäume aus Südfrankreich pflanzen, die an den Wassermangel besser angepasst sind.

STAND
AUTOR/IN