Das Gebäude auf dem Thurner ist nach dem Brand unbewohnbar. (Foto: timeout Stiftung gGmbh)

Brandursache noch unklar

Nach dem Großbrand in St. Märgen: Zwölf Jugendliche verlieren erstmal ihr Zuhause

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Marion Eiche

Keine Verletzten, aber ein großer Schock: Nach dem Großbrand in einer Unterkunft für Jugendliche am Thurner brauchen zwölf Jugendliche ein neues Zuhause. Hier kommen sie vorerst unter.

Der Großbrand in der Jugendhilfeeinrichtung der timeout Stiftung gGmbH am Thurner in St. Märgen (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) war am Samstagmorgen von der Feuerwehr gelöscht worden. Gerade rechtzeitig: Eine halbe Stunde später hätte sich der Brand wohl auf das gesamte Gebäude ausgebreitet.

Die zwölf Jugendlichen im Ostflügel wurden teilweise im Schlaf überrascht. Sie konnten das Haus nach dem Brandausbruch gegen 7:45 Uhr nur durch den Keller verlassen, sagte Christian Thalmaier am Montag dem SWR. Er ist Sprecher der timeout Stiftung. Denn der Brand war im unteren Bereich des Gebäudes außen ausgebrochen, in einem Unterstand für Müllcontainer. Er hatte sich dann außen nach oben ausgebreitet und dort den Dachstuhl ergriffen.

Die Rauchwolke war am Samstagmorgen über dem Thurner zu sehen. (Foto: timeout Stiftung gGmbH)
Die Rauchwolke war am Samstagmorgen über dem Thurner zu sehen.

Die zwanzig Jugendlichen, die den Westflügel bewohnen, das sind unbegleitete, minderjährige Geflüchtete, mussten aus Sicherheitsgründen ebenfalls ihre Wohnbereiche verlassen. Sie wurden vorübergehend in Freiburg untergebracht und konnten nun wieder zurück auf den Thurner in St. Märgen.

Zwölf Jugendliche bei Freiburg vorerst untergebracht

Bis der stark zerstörte Ostflügel der Jugendhilfeeinrichtung wieder hergestellt ist, wird es mindestens Mai. So die vorsichtige derzeitige Einschätzung der Trägerstiftung. Die zwölf Jugendlichen konnten jetzt in einem Haus südlich von Freiburg unterkommen. Das war eigentlich für betreutes Wohnen vorgesehen. Die Schadenshöhe am Gebäudekomplex auf dem Thurner? Wage geht man von mehreren Hunderttausend Euro aus.

Klar ist auch, dass bis heute und vielleicht auch nie ausgeschlossen werden kann, dass ein Brandanschlag das Feuer verursachte.

Brandstiftung nicht ausgeschlossen

Die Ermittler und Brandsachverständige suchen nun nach der Ursache für den Brand. Es sei alles möglich, so Christian Thalmaier. Möglicherweise werde die Brandursache überhaupt nicht gefunden. Unabhängig vom Ergebnis der polizeilichen Ermittlungen werde daher die Einrichtung am Thurner nicht mehr als sicherer Ort wahrgenommen - nicht von den Jugendlichen und nicht von den Betreuerinnen und Betreuern.

Stiftung will Haupsitz nach Freiburg verlegen

Die timeout Stiftung ist nicht sicher, ob sie am Thurner in St. Märgen eine langfristige Perspektive hat. Juristisch wird nun der Hauptsitz der Stiftung nach Freiburg verlegt, sagte Pressesprecher Christian Thalmaier. Die Jugendhilfeeinrichtung auf dem Thurner bleibt aber weiterhin bestehen. Geplant ist dort eigentlich, dass erweitert wird: In Holzmodulbauweise soll auf dem Gelände eine Unterkunft für maximal 24 bis 32 minderjährige, unbegleitete Geflüchtete entstehen.

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