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Mildes Wetter, wenig Regen, kaum Frost: Diese Bedingungen liebt der Borkenkäfer. Besonders im Südschwarzwald, im Landkreis Waldshut, steht er schon in den Startlöchern. Ein Besuch in der Nähe von Görwihl.

Einbohrlöcher in der Größe von Stecknadelköpfen und braunes Bohrmehl von der Rinde am Fuß des Baumes verraten, dass sich an dieser Stelle Borkenkäfer eingenistet haben. Valentin Platten, der Borkenkäferbeauftragte des Landkreises, kämpft wie David gegen Goliath gegen den Schädling. Denn der breitet sich rasend schnell aus: "Wenn eine Fichte befallen ist und nicht entfernt wird, kann der Käfer von diesem Baum aus in der zweiten Generation zwanzig weitere befallen", sagt Platten. "Das geht mit Faktor 20 immer so weiter."

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Fichten sind leichte Beute

Jeder zweite Baum im Schwarzwald ist eine Fichte. Sie hat extrem flache Wurzeln. Wenig Regen stresst den Baum, so wird er für den Borkenkäfer zu einer leichten Beute. Der milde Winter spielt dem Borkenkäfer obendrein in die Karten. Es fällt kaum Regen, die Fichte hat Durst. Das Thermometer zeigt selten zweistellige Minusgrade, die den Borkenkäfer vernichten würden. So schlimm wie jetzt sei es noch nie gewesen, sagt Platten und beschreibt die Ausmaße: "Wir rechnen damit, dass 90 Prozent, das sind Millionen von Käfern, den Winter überleben und im Frühjahr die verbliebenen gesunden Fichten befallen."

Borkenkäferbeauftragte will nicht aufgeben

Fast dreimal mehr "Käferholz" als sonst wurde im vergangenen Jahr im Kreis Waldshut eingeschlagen und die Hoffnung, Herr über den Borkenkäfer zu werden, sinkt von Tag zu Tag. Trotzdem sagt Valentin Platten voller Zuversicht: "Wir wollen nicht aufgeben, das liegt nicht in unserer Natur." Er setzt auf ein Umdenken in der Forstwirtschaft: weg von der Fichte, hin zu mehr Laubholz wie Buche oder Eiche.

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