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Förster und Waldbesitzer im Südschwarzwald haben ein ernstes Problem: den Borkenkäfer. Er verursacht große Schäden und vermehrt sich rasant. Die Landschaft verändert sich - für Jahrzehnte.

Im Südschwarzwald, etwa im Kreis Waldshut, ist es deutlich zu sehen: Der Borkenkäfer frisst sich durch die Forstbestände. Betroffene Waldbesitzer wie Werner Metzler aus Ühlingen-Birkendorf bleibt nichts anderes übrig, als ihre Jahrzehnte alten Bäume zu fällen.

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Auch im Gemeindewald von Grafenhausen müssen Bäume gefällt werden, weil sie vom Borkenkäfer befallen sind - er nutzt sie als Brutstätte. Revierförster Friedrich Hugel will die Bäume aus dem Bestand nehmen, bevor die nächste Generation Borkenkäfer ausgeflogen ist.

Das Ökosystem kippt

Für das Landschaftsbild wird die Borkenkäfer-Plage nicht ohne Folgen bleiben, sagt Helge von Gilsa, Leiter des Kreisforstamts in Waldshut:

Die Landschaft ist durchbrochen wie ein Schweizer Käse von absterbenden Bäumen. Das ist ein Flächenfraß der hier stattfindet und das heißt: Wir haben hier wirklich eine Landschaftsveränderung, das ganze Ökosystem kippt.

Helge von Gilsa, Leiter des Kreisforstamts Waldshut

Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit. Um möglichst schnell handeln zu können, hat der Landkreis Waldshut mit Elena Kummer eine Borkenkäfer-Managerin eingestellt. Sie spricht von einer "absoluten Ausnahmesituation". Mitarbeiter suchen den Wald systematisch nach verdächtigen Bohrspuren ab und markieren befallene Bäume.

Schäden im Wald durch Borkenkäfer (Foto: SWR)
Große Flächen sind bereits vom Borkenkäfer befallen

Doch wohin mit dem vielen Holz, das unplanmäßig gefällt werden muss? Die große Menge am Markt sorgt für geringe Verkaufspreise, sogar Lagerplätze werden knapp. Wie hoch der wirtschaftliche Verlust sein wird, ist noch nicht absehbar. Die Folgen werden in den nächsten Jahren noch zu spüren sein.

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