Jäger und Treiber bei der Bewegungsjagd rund um den Blauen im Südschwarzwald. (Foto: Thomas Unke)

Jagd auf Wildtiere im Südschwarzwald

"Viele Wildschweine haben sich verkrümelt"

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Wildschweine, Rehe, Füchse: Bei einer Großjagd am Blauen im Südschwarzwald wurden rund 60 Tiere erlegt, deutlich weniger als erwartet. Vor allem das Schwarzwild machte sich rar.

Mehrere Stunden mit dem Gewehr am Anschlag: Dreihundert Jäger, Treiber und Hundeführer sind am Samstag durch das Unterholz am Blauen gestapft und haben Ausschau nach wilden Tieren wie Rehen, Füchsen, Gämsen und Wildschweinen gehalten. Es war eine sogenannte Bewegungsjagd, an der Schützen aus neun Jagdrevieren der Kreise Lörrach und Breisgau-Hochschwarzwald beteiligt waren.

"Wir hatten nicht das ganz große Glück. Viele Wildschweine haben sich verkrümelt!"

Bei der Großjagd wurden Wildtiere unter anderem mithilfe von Jagdhunden in Bewegung gesetzt. Insgesamt erlegten die Jäger 57 Tiere, darunter aber nur 14 Wildschweine, berichtet Thomas Unke, Leiter des Forstbezirks Hochrhein. In der Vergangenheit wurden deutlich mehr Wildschweine erlegt - bis zu 70 Tiere.

Diese Hundeführerin beteiligte sich an der Bewegungsjagd am Blauen.  (Foto: Thomas Unke)
Diese Hundeführerin beteiligte sich an der Bewegungsjagd am Blauen. Thomas Unke

Wildschweine in die Rheinebene abgewandert?

Nur wenige Wildschweine seien unterwegs gewesen, sagt Unke. Das könnte zum einen daran liegen, dass in den zurückliegenden Jahren effektiv auf Schwarzwild gejagt und der Bestand deutlich reduziert wurde, um der Afrikanischen Schweinepest vorzubeugen. Zum anderen könnten sich die Wildschweine möglicherweise in der Rheinebene tummeln. Dort stünde teilweise immer noch Mais auf den Äckern, was hungrige Wildschweine anlocke. In den Eichen- und Buchenwäldern am Blauen sei das Nahrungsangebot eher gering. Es gebe in diesem Jahr nur wenig Eicheln und Bucheckern am Boden, so Unke. An den sonst so reich gedeckten Tisch im Wald könnten sich die Wildschweine nicht setzen.

Fachleute zerlegten die geschossenen Wildtiere direkt vor Ort am Blauen.  (Foto: Thomas Unke)
Fachleute zerlegten die geschossenen Wildtiere direkt vor Ort am Blauen. Thomas Unke

Gastro-Bedarf an Wild nicht gedeckt

Alle erlegten Wildtiere wurden direkt im Wald ausgeweidet und dann vom Kühlanhänger in die Kühlkammer des Forstamtes gebracht. Kommende Woche werden die Tiere verkauft. Forstbezirksleiter Unke hat viele Anfragen aus der Gastronomie. Doch die unterdurchschnittliche Anzahl an Wildtieren in diesem Jahr werde den Bedarf vorerst nicht decken. Aber am nächsten Wochenende wird wieder gejagt - am Dinkelberg im Kreis Lörrach.

Empfehlung der Obersten Jagdbehörde

Mit der Jagd am Blauen wird laut Forstbezirk Hochrhein einer dringenden Empfehlung des Ministeriums Ländlicher Raum als oberster Jagdbehörde entsprochen. Ziel ist, einen Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in der Region zu verhindern und den Wiederaufbau klimastabiler Wälder zu unterstützen. Viele Tiere, vor allem Rehe, würden Jungbäume "verbeißen" und so eine Aufforstung verzögern, heißt es.

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