Betroffenenrat hofft auf Aussage des Ex-Bischof Zollitsch zu den Missbrauchsfällen im Erzbistum Freiburg (Foto: SWR)

Gutachten soll aufklären

Wird sich Freiburgs Ex-Bischof Zollitsch zu den Missbrauchsfällen äußern?

STAND

Kirchenmänner haben in der Erzdiözese Freiburg Hunderte Kinder missbraucht. Ein Gutachten soll aufklären. Betroffene hoffen, dass Ex-Bischof Zollitsch nun Stellung dazu nimmt.

Der Betroffenenbeirat der Erzdiözese Freiburg für Opfer sexuellen Missbrauchs hofft darauf, dass sich der frühere Erzbischof Robert Zollitsch zu Taten während seiner Amtszeit äußert. "Wenn das Gutachten der Aufarbeitungskommission vorgelegt wird, wäre das eine gute Gelegenheit, Verantwortung zu übernehmen", sagte die Vorsitzende des Gremiums der Deutschen Presse-Agentur. "Wenn man wollte, könnte man sogar schon vorher Stellung beziehen."

Zollitsch soll Fehler gemacht haben

Der heute 83 Jahre alte Robert Zollitsch war von 2003 bis 2014 Erzbischof in Freiburg und zwischenzeitlich parallel Vorsitzender der katholischen Deutschen Bischofskonferenz. Sein Nachfolger als Erzbischof, Stephan Burger, hatte nach dem Bekanntwerden Hunderter Missbrauchsfälle gesagt: Als Personalreferent der Erzdiözese und später als Erzbischof habe Zollitsch Fehler im Umgang mit Missbrauchsfällen und bei der Aufarbeitung begangen. Diese Versäumnisse könne er als heutiger Erzbischof nicht rechtfertigen.

Veröffentlichung von Missbrauchsstudie verzögert sich

Das Gutachten zu Fällen sexuellen Missbrauchs in der Erzdiözese verzögert sich weiter. Dies gab der kommissarische Vorsitzende der Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs in der Erzdiözese Freiburg, Magnus Striet, am Mittwoch in Freiburg bekannt. Das Gutachten soll voraussichtlich erst am 25. Oktober veröffentlicht werden. Es ist nicht die erste Verzögerung der Studie. Die Pressestelle des Erzbistums erklärt dies vor allem mit den ausführlichen persönlichen Befragungen von Beteiligten und Zeugen. Die Befragungen seien durch die Umstände der Corona-Pandemie seit Anfang 2020 zuletzt deutlich in die Länge gezogen worden, was der wesentliche Grund für die Verzögerung sei.

Neutrale Kommission gegründet

Unmittelbar nach Veröffentlichung des Berichts will die Kommission konkrete Handlungsempfehlungen erarbeiten, die sich aus den Erkenntnissen ergeben. Das Gutachten, so Striet weiter, sei ein erster und wesentlicher Schritt, möglichst große Klarheit in diese dunklen Seiten der Geschichte der Erzdiözese zu bringen. Dafür wurde extra im Juli vergangenen Jahres eine Kommission bestehend aus zwei Männern und zwei Frauen gegründet. Sie sollen unabhängig von der Erzdiözese arbeiten und kirchliche Akten auswerten sowie Zeugen, Betroffene und Täter befragen.

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