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Betriebe und Unternehmen in Südbaden atmen auf: Die geplante Osterruhe ist vom Tisch. 24 Stunden lang gab es deswegen Aufregung, weil völlig unklar war, was "Ruhetag" bedeutet hätte.

Einen Tag lang herrschte überall Ratlosigkeit - wie sich nun herausstellt, war die ganze Aufregung völlig umsonst. "Das ist eine wirklich gute Nachricht, die bei allen zur großen Erleichterung führt. Ich habe wirklich niemanden getroffen, der für diese Regelung Verständnis hatte", sagt Christoph Münzer. Er ist Hauptgeschäftsführer des Wirtschaftsverbands Industrieller Unternehmen Baden und damit zuständig für etwa 1.000 Unternehmen.

"Ich mache das jetzt schon sehr lange, 18 Jahre. So aufgebracht habe ich Unternehmer noch nie erlebt."

Christoph Münzer, wvib Baden, Freiburg

Aprilscherz oder Fasnacht - vielfältige Vergleiche

Einen schlechten Aprilscherz nennt Münzer das Beschluss-Wirrwarr der Politik. Kreishandwerksmeister Thomas Kaiser aus Waldshut-Tiengen findet ein anderes Bild: "Wenn Fasnacht wäre, wär’s zum Lachen, was von der Politik gebracht wurde. Rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln. Die gesamte Reaktion im Handwerk ist: Alle schütteln den Kopf."

Können wir so die Pandemie bekämpfen?

Ein Lockdown, der nun doch keiner mehr ist – bringt das noch etwas? Kann so die Pandemie bekämpft werden? Aus epidemiologischer Sicht ist die Antwort klar: "Wir sehen ja auch, dass in den Krankenhäusern wieder mehr Patienten auf den Intensivstationen liegen als vor einem Jahr, als die erste Welle rollte – ist natürlich Ruhe, Abstand das beste Mittel, um weitere Ausbreitungen des Virus zu verhindern", sagt Johannes Fechner, Arzt aus Emmendingen und stellvertretender Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg.

Mittelweg gesucht

Ein harter Lockdown wäre das Mittel der Wahl, sagt Fechner, ist aber nicht durchführbar. Er wünscht sich einen Mittelweg: Wohnung verlassen ja, aber kein gefülltes Fußballstadion. Es bleibt zu hoffen, dass das Hin und Her der Politik nicht dazu führt, dass die Pandemie-Müdigkeit bei den Bürgerinnen und Bürgern weiter steigt. Denn, so Fechner: "Die Pandemie ist nicht vorbei, das wird noch schlimmer als an Weihnachten."

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