Zwei Helfer im Schwarzwald beobachten den Hubschrauber in der Nähe. (Foto: SWR, Ina Held)

Rettung aus schwindelerregender Höhe

Bergwacht Schwarzwald übt Rettung per Hubschrauber und Seilwinde

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Die Bergwacht Schwarzwald hat teils schwierige Einsätze - etwa das Retten per Hubschrauber. Am Wochenende haben die Helfer für den Ernstfall geübt.

Immer mehr Menschen sind draußen in der Natur unterwegs. Damit hat die Bergwacht Schwarzwald auch immer mehr Einsätze und immer wieder auch in schwierigem Terrain. Da solche Einsätze nicht alltäglich sind, aber im Notfall reibungslos funktionieren müssen, übt die Bergwacht gezielt solche Situationen.

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So haben am Wochenende Mitglieder der Bergwacht zusammen mit Piloten der DRF Luftrettung und Notärzten aus Freiburg gemeinsam geübt, wie Verunfallte aus unwegsamem Gelände sicher geborgen werden. Etwa 60 echte Einsätze dieser Art gibt es pro Jahr im Schwarzwald - Tendenz steigend.

Luftrettung gilt als schwierigster und gefährlichster Einsatz

Die sogenannte Windenrettung gehört zur Spezialausbildung einiger Bergretter, erklärt Mirko Friedrich von der Bergwacht. Dazu fliegt der Hubschrauber der DRF Luftrettung die Bergwachtmitglieder und Notärzte an verschiedene Übungsstationen, wie zum Beispiel felsiges, steiles Gelände. Denn im Notfall muss der Notarzt schnell und sicher zum Patienten kommen, zum Beispiel bei einem Herzinfarkt, einem Schlaganfall oder starkem Blutverlust. So auch bei der Übung am Wochenende in Oberried (Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald):

"Die Herausforderung war hier, den Standplatz am Fels aufzubauen um den Notarzt in Empfang zu nehmen. Hier werden Patienten erstversorgt und je nach Verletzungsmuster weiter transportiert."

Huschrauber  (Foto: SWR)
Die Bergwacht Schwazwald muss schwierige Einsätze regelmäßig üben.

Konzentrierte und perfekte Zusammenarbeit erforderlich

Luftretter und Bergwacht müssen perfekt zusammenarbeiten, wenn Menschen mit der Seilwinde aus der Luft gerettet werden. Der Notarzt seilt sich in solchen Fällen per Winde aus dem Hubschrauber ab - dort nehmen die Helfenden der Bergwacht ihn in Empfang. Alles muss abgestimmt mit der Hubschrauberbesatzung ablaufen: mit dem Piloten und dem, der die Seilwinde steuert. Wenn der Notarzt den Patienten am Boden versorgt hat, wird dieser auf einer Liege wiederum per Seilwinde in den Hubschrauber gezogen und in eine Klinik gebracht.

Luftrettung per Hubschrauber birgt Gefahren beim Einsatz

Sebastian Schneider, Ausbildungsleiter bei der DRF Luftrettung, erklärt: "Bei ansteigendem Gelände ist immer die Gefahr da, dass die Leute Kontakt mit dem Hauptrotor haben, wenn sie nicht aufpassen. Dementsprechend müssen wir durch Training die Teams immer auf bestem Stand halten." Die nötige Technik hat Matthias Schübel von der Bergwacht Schwarzwald schon immer fasziniert: "Die Arbeit mit dem Hubschrauber ist ein Kindheitstraum", sagt er. Auf echte Einsätze verzichtet er dennoch lieber. Darum sein Appell für alle Outdoor-Aktivitäten im Schwarzwald: Keine unnötigen Risiken eingehen!

Huschrauber  (Foto: SWR)
Die Bergwacht Schwazwald muss schwierige Einsätze regelmäßig üben.

Die Rettungskräfte üben dann an der sogenannten Seilwinde den sicheren und schonenden Abtransport von Verunfallten. Bei der Bergwacht Schwarzwald gilt die Luftrettung mit als schwierigster und gefährlichster Einsatz. Von den etwa 650 aktiven ehrenamtlichen Bergrettern sind zurzeit 20 für die Luftrettung spezialisiert.

Mitschnitt der Sendung vom 24.4.2022: Dreiland Aktuell ab 08:02

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