STAND

Zehn schweizerische Kantone, darunter auch der Kanton Zürich, gelten von Samstag an als Risikogebiet. Die Grenzkantone Basel-Land und Basel-Stadt, Aargau und Schaffhausen gehören "noch" nicht dazu.

Anders als im Frühjahr bleibt die deutsch-schweizerische Grenze offen

Zusätzliche Kontrollen seien derzeit nicht geplant. Nur wer deutliche Corona-Symptome zeige, werde bereits an der Grenze aufgehalten, so eine Sprecherin des Bundesgrenzschutzes. Doch es gilt: Wer längere Zeit in einem Schweizer Risikogebiet war, muss in Quarantäne oder einen negativen Corona-Test vorweisen. Berufspendler, Paare und Familien sind davon auch weiter ausgenommen. Auch Einkaufs-Fahrten sollen möglich bleiben. Denn die neue 24-Stunden-Regelung, die wie Baden-Württemberg jedes Bundesland für sich beschließe kann, besagt: Wer aus einem Risikogebiet kommt und sich nur 24 Stunden in Deutschland aufhält, muss nicht in Quarantäne.

Beide Basler Kantone kurz davor Risikogebiete zu werden

Die beiden Basler Halbkantone haben die kritische Marke bereits in dieser Woche überschritten. Die Sieben-Tages-Inzidenz liegt derzeit bei über 50 Corona-Fällen pro 100.000 Einwohner. Damit könnte die Schweizer Grenzregion Basel von Deutschland als Risikogebiet eingestuft werden. Steht eine Region auf dieser Liste, warnt Deutschland seine Bürger "vor nicht notwendigen, touristischen Reisen" dorthin und kann Quarantäne-Auflagen erlassen.

Kanton Basel-Stadt erlässt weitere Corona-Auflagen

Der Kanton Basel-Stadt verschärft ab kommenden Montag seine Corona-Verordnung. Aufgrund der markant steigenden Infektionszahlen wird insbesondere die Maskenpflicht ausgedehnt. Künftig müssen Schutzmasken nicht nur in Läden getragen werden sondern auch in Bars und Clubs, Tanzlokalen, Museen, Kinos und Theatern. Die Maskenpflicht gilt neu auch in allen Gebäuden, die öffentlich zugänglich sind, also beispielsweise in Kirchen, Banken und Postfilialen.

Auch in der Gastronomie gibt es weitere Einschränkungen

So dürfen in Basel nur noch maximal 100 Gäste pro Raum bewirtet werden und das Essen im Stehen ist verboten. Zudem müssen in allen Gaststätten und Tanzclubs Kontaktdaten erhoben werden. Öffentliche und private Veranstaltungen, bei denen die erforderlichen Abstandsregeln nicht eingehalten werden können, werden auf maximal 50 Personen begrenzt.

Lörrachs Landrätin besorgt wegen Corona-Infektionen im Dreiländereck

Mit Sorge blickt Lörrachs Landrätin Marion Dammann auf das Infektionsgeschehen in Frankreich und der Schweiz. Das Departement Grand Est und die an Deutschland grenzenden nordwest-schweizer Kantone haben steigende Infektionszahlen, das Grand Est mit dem Elsass gilt inzwischen als Risikogebiet. Marion Dammann sagte am Mittwoch im SWR, dass sie eine Grenzschließung wie in der ersten Corona-Welle vermeiden wolle. Sie sehe in der neuen Verordnung der Bundesregierung - die auch gewisse Ausnahmen vorsieht - dazu eine gute Möglichkeit.

Folgen für Menschen in der Grenzregion mittelfristig unklar

Dennoch: Welche mittelfristigen Folgen der derzeitige Fortgang des Infektions-Geschehens im Einzelnen für berufliche Grenzgänger, Einkaufstouristen und Privatbesuche auf beiden Seiten der Grenze haben wird, bleibt derzeit noch offen. Würden die Quarantäneregeln tatsächlich verschärft werden müssen, würde dies den Alltag in der deutsch-schweizerischen Grenzregion erneut massiv behindern und belasten.

Schweizer Bundesregierung beunruhigt über Corona-Entwicklung

Die Zahl der Neuinfektionen steige in der Schweiz derzeit stärker als in anderen Ländern, erklärte der Schweizer Gesundheitsminister Alain Berset im SWR am Donnerstag. Auch die Krankenhaus-Einweisungen nähmen derzeit wieder zu. Bislang habe man die Lage zwar noch im Griff, betonte der Gesundheitsminister, aber mit einem so schnellen Anstieg der Fallzahlen habe man zum jetzigen Zeitpunkt nicht gerechnet. Er appellierte daher eindringlich an die Schweizer Bevölkerung die Hygiene- und Abstandsregeln zu befolgen, beim Contact-Tracing mitzuhelfen und die Corona-App zu installieren. Bei einem Treffen mit den Kantonalen Gesundheitsdirektoren sollen weitere Maßnahmen diskutiert werden.

Am Donnerstag hat das Robert Koch-Institut auf seiner Online-Liste mit Informationen zur Ausweisung internationaler Risikogebiete auch das Gebiet der Schweiz aktualisiert. Demnach gelten nun auch die Kantone Fribourg, Jura, Neuchâtel, Nidwalden, Schwyz, Uri, Zürich und Zug als Risikogebiete. Die Kantone Genf und Waadt waren bereits Anfang September als Risikogebiete ausgewiesen worden.

Corona-Auswirkungen in der Schweiz

Skigebiete in der Schweiz Schweizer Tourismusverband rechnet mit weniger Winter-Gästen

Die Skigebiete in der Schweiz bereiten sich auf die kommende Wintersaison vor. Wegen der Corona-Pandemie rechnet der Tourismusverband dieses Jahr allerdings mit weniger Gästen.  mehr...

Weniger Werbe-Einnahmen beim Schweizer Rundfunk Schweizer SRF baut Sendungen ab und digitale Angebote aus

Die Auswirkungen der Corona-Krise verstärken den Spardruck beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk in der Schweiz. Der Sender kündigte einen millionenschweren Sparplan an. Unter anderem soll eine der renommiertesten Kultursendungen wegfallen.  mehr...

STAND
AUTOR/IN