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Basler Museen geben koloniale Kulturgüter an Sri Lanka zurück

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Autor/in
Zeller, Matthias

OT RP Conradin Cramer: Dear chief uruwarige wanniya, ladies and gentlemen, we are very pleast to welcome you in Basel town hall.

Was sich gestern Abend im Basler Rathaus abspielte, war nur auf den ersten Blick ein gewöhnlicher Regierungsanlass mit zwei Reden und einer Vertragsunterzeichnung. Es war ein wichtiger Schritt des Schweizer Stadtkantons auf dem langen Weg, Kulturgüter aus der Kolonialzeit an die Herkunftsgesellschaften zurückzugeben. Für das Naturvolk der Vedda hat die Rückgabe von Sammlungsobjekten aus dem „Museum der Kulturen“ und dem „Naturhistorischen Museum“ aber noch eine ganz andere Dimension. Denn neben rund 50 traditionellen Waffen wie Pfeil und Bogen bekommen sie auch 40 Schädel und Skelette ihrer Vorfahren zurück. Uruwarige Wanniya, das Oberhaupt aller fast 70 Vedda-Gruppen, sagte dazu in seiner Rede im Basler Rathaus:
Uruwarige Wanniya: Unsere Vorfahren können erst dann ihren Frieden finden, wenn ihre Gebeine bei uns in ihrer Heimat begraben sind. Darüber zu wachen ist meine Aufgabe.
Die Vedda waren von sich aus auf die Basler Museen zugekommen. Das Naturhistorische Museum hat daraufhin seinen Umgang mit den Schädeln und Skeletten der Vedda sofort geändert. Erklärt der Anthropologe Gerhard Hotz:

Gerhard Hotz, Anthropologe Naturhistor. Museum: Wir sind ja nach Sri Lanka gereist und haben dem Chief gezeigt, wie wir die wissenschaftlich aufbewahren ... "Das ist so in Ordnung. Bringt sie so zurück."
Die Objekte aus der damaligen britischen Kolonie Ceylon, dem heutigen Sri Lanka, hatten die beiden Basler Naturforscher Fritz und Paul Sarasin um 1900 gesammelt und dabei eigentlich einen modernen, weil ganzheitlichen Ansatz verfolgt. Sie interessierten sich für die ganze Umwelt von der Geologie bis hin zur Biologie. Im Einzelnen wirft ihr Vorgaben für Gerhard Hotz bei der Suche nach Skeletten aber Fragen auf:
Dr. Gerhard Hotz: Die stammen aus Friedhöfen. Die Sarasins haben um Erlaubnis gebeten, die ausgraben zu dürfen ....(falls keine Zustimmung, die Hitze abgewartet und trotzdem ausgegraben). Das ist nach unserem heutigen Verständnis nicht in Ordnung.
Die Sarasins haben die Vedda damals in der Regel zwar bezahlt oder Objekte gegen Tabak eingetauscht. Das geschah, wie Basels Regierungspräsident Conradin Cramer in seiner Rede betont, damals in einem anderen Verständnis als heute, weshalb er das damals Geschehene auch nicht verurteilen wollte. Die Umstände der Kolonialzeit müssen bei der Bewertung der damaligen Forschertätigkeit gleichwohl berücksichtigt werden. Meint die Direktorin des Basler „Museums der Kulturen“, Anna Schmid:
Direktion Anna Schmid: Was man sicher nicht leugnen kann, sind die kolonialen Strukturen, in denen sich die Menschen bewegt haben und die sie auch zu nutzen wussten. Andererseits und deswegen ist es so wichtig für uns, dass es nicht nur koloniale Belastung ist, sondern aktuelle Relevanz – und wenn man diese beiden Parameter miteinander verbindet, dann ist klar, dass diese Objekte zurückgehen. Was wir aktuell tun, ist eine Art Screening der gesamten Sammlung. Wo tatsächlich koloniale Belastung in Kombination mit aktueller Relevanz für Herkunftsgesellschaften grob durchsucht wird.

Fünf Wissenschaftler beschäftigt allein das „Museum der Kulturen“ für die Provenienzforschung. Die Basler Regierung hatte sich vor zwei Jahren dazu entschieden, den Museen dafür jährlich eine Viertelmillion Euro zusätzliches Geld bereitzustellen. Damit ist auch im Museum von Direktorin Anna Schmid nun mehr möglich:

Anna Schmid: Das Screening kann man in überschaubarer Zeit abschließen, aber die Provenienzforschung wird die ethnologischen Museen nicht mehr verlassen.

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Zeller, Matthias

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