Der Bahnhof Basel SBB (Foto: IMAGO, Richard Wareham)

Trinationale Regio-S-Bahn geplant

Vorbild Stuttgart21? Basel SBB soll Tiefbahnhof werden

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Die Vision der Regio-S-Bahn Basel besticht: Einfach einsteigen und vom Rhein- und Wiesental in ein anderes Tal im Nachbarland fahren. Doch wo sollen die Milliarden dafür herkommen?

Der Weg der Bahnreisenden führt immer über den Knotenpunkt Basel. In 20 Jahren sollen die S-Bahnen direkt von Freiburg bis zum Euroairport im Elsass fahren oder direkt von Zell im Wiesental (Landkreis Lörrach) nach Rheinfelden/Schweiz oder von Liestal im Kanton Basel-Land bis ins elsässische Mulhouse.

Technisch ist das alles machbar, das Problem ist aber das Nadelöhr Basel. Genau gesagt: Der Kapazitätsengpass auf der Schiene zwischen dem Badischen Bahnhof und dem Basler Bahnhof SBB. Die Lösung heißt "Herzstück" und meint einen Tunnel unter dem Rhein hindurch, um die beiden großen Bahnhöfe und Basels dritten Bahnhof, St. Johann, zu verbinden. Das bedeutet, dass auch Basel SBB zum Tiefbahnhof umgebaut werden müsste.

Wiesental-S-Bahn der SBB in Lörrach (Foto: SWR)
Wiesental-S-Bahn der SBB in Lörrach

"Basel 21" kostet sieben Milliarden Franken

Für das "Herzstück" hat das Schweizer Parlament bereits Projektmittel in Höhe von 100 Millionen Schweizer Franken bewilligt. Was sich nach viel anhört, ist aber nur ein Bruchteil der geschätzten Gesamtkosten für Herzstück und Tiefbahnhof Basel SBB von neun Milliarden Franken. Das entspricht der Größenordnung von Stuttgart21.

Kommt die S-Bahn in Basel streckenweise unter die Erde, so schafft das oberirdisch freie Kapazitäten für mehr Güter- und Fernverkehr auf der Schiene. Das, so glaubt Basels grünliberale Verkehrsministerin Esther Keller, könnte den Rest der Schweiz dazu bewegen, Milliardenbeträge für das Großprojekt in Basel auszugeben.

"Die Region braucht eine echte S-Bahn - die gibt es nur mit Herzstück. Ich bin überzeugt: Die Frage ist nicht, ob - sondern nur noch wann das Herzstück kommt."

Basler Verkehrsministerin Regierungsrätin Esther Keller (Foto: SWR)
Basels grünliberale Verkehrsministerin Esther Keller

Falls die künftige S-Bahn-Verbindung von Basel SBB zum Badischen Bahnhof in einem engen oder in einem weiten, nach Norden in Richtung Deutschland ausholenden Bogen erfolgen würde, müsste es auch im Badischen Bahnhof einen Tiefbahnhof geben, nicht für die Fern- und Güterzüge, aber für den Regionalverkehr. Das wird in einer Vorstudie bis Ende 2024 geprüft.

Marcus Bayer Beauftragter der Deutschen Bahn in Basel (Foto: SWR)
Marcus Bayer, Beauftragter der Deutschen Bahn in Basel

Dazu sagt der Beauftragte der Deutschen Bahn in Basel, Marcus Bayer: "Wir haben schon eine leichte Präferenz für unterirdisch signalisiert. Oberirdisch hätte den großen Umbau des Basel-Badischen Nordkopfes zur Folge. Wenn man unterirdisch hineinfahren würde, müsste man einen Tiefbahnhof bauen."

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