Verkehrsminister Herrmann besucht Bauernhofm der vom Rheintalbahn-Ausbau bedroht ist (Foto: SWR)

Widerstand gegen Verkehrsprojekt

Ausbau der Rheintalbahn bedroht Bauernhof in Hohberg

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Ulf Seefeld

Der Ausbau der Rheintalbahn bedroht die Existenz des Erlebnisbauernhofs Eggs in Hohberg. Deswegen hat Verkehrsminister Hermann heute den Hof besucht.

Es ist ein Sonderfall: In Hohberg-Hofweier (Ortenaukreis) liegt ein Bauernhof zwischen Rheintalbahn und Autobahn. Durch den geplanten Ausbau der Rheintalbahn könnte der Biolandbetrieb allerdings bald Geschichte sein. Zum einen kommen die zwei neuen Gleise südlich von Offenburg an die Autobahn, zum anderen endet der Offenburger Tunnel künftig quasi direkt auf einer Weide dieses Hofs. Eine Umsiedelung wäre für Landwirt Markus Eggs und seine Familie ein harter Schlag. Am Montag war der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann zu Besuch in Hohberg, um sich vor Ort ein Bild der Lage zu machen. Aber eine Lösung hat der Grünenpolitiker noch nicht.

Tunnel endet kurz vor dem Hof

Bis 2041 soll der Bahnverkehr zwischen Basel und Karlsruhe viergleisig laufen. Lange hatten die Offenburger dafür gestritten, dass hierfür ein Tunnel gebaut wird. Leidtragende ist die Familie Eggs: Ihr Hof liegt direkt an der südlichen Ausfahrt des Tunnels. Was sie über Generationen geschaffen hat, steht nun vor dem Abriss.

"Das ist für uns Heimat. Ich bin hier selbst groß geworden und hab meine Kinder hier großgezogen. Wir wollen hier nicht weg."

Grafik zum Hof Eggs (Foto: SWR)
Der Hof Eggs liegt direkt zwischen der neuen und alten Bahntrasse.

Umsiedelung wäre teuer

Auf eine Verlängerung des Tunnels konnte Landesverkehrsminister Winfried Hermann den Eggs keine Hoffnung machen. Sein Fazit: "Der Hof kann an der Stelle nicht bleiben", eine Umsiedelung ist für ihn alternativlos.

"Wir können uns deshalb nicht verschulden. Meine Kinder würden sich bedanken, wenn wir ihnen einen Haufen Schulden hinterlassen würden."

Eine neue Fläche für den Hof in der Gemeinde Hohberg stünde zwar zur Verfügung. Die Umsiedelung würde aber deutlich mehr kosten als die Deutsche Bahn für das Hof-Gelände bezahlen will. Mindestens drei Millionen Euro bräuchte Markus Eggs, um an anderer Stelle neu anzufangen. Für ihn steht fest, dass der Staat und die Bahn hier helfen müssen.

Kulturbauernhof soll gesichert werden

Minister Hermann will jetzt mit der Bahn und dem Landwirtschaftsministerium Möglichkeiten suchen, wie die Familie Eggs das Geld für die Umsiedelung zusammen bekommt. Konkrete Ideen gibt es bisher aber nicht. Niemand habe Geld übrig, meinte der Minister.

Hermann möchte den Hof trotzdem möglichst unterstützen, da er ein großes und wichtiges Angebot an die Bevölkerung mache. Die Familie Eggs verbindet Landwirtschaft mit Kultur, bietet Tanzunterricht an und lädt Schulklassen ein, um ihnen die Landwirtschaft näher zu bringen.

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Ulf Seefeld