Das Lorettobad in Freiburg (Foto: SWR, Jasmin Bergmann)

Personalmangel

Freibäder in Südbaden: Bademeister gesucht

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Verkürzte Öffnungszeiten oder gleich ganz geschlossen - wer diesen Sommer baden gehen will, muss sich genau informieren, um nicht vor verschlossenen Türen zu stehen. Den Bäder fehlt das Personal.

Es ist halb zehn am Morgen. Normalerweise wäre im Lorettobad in Freiburg in einer halben Stunde Hochbetrieb. Doch das Bad öffnet in dieser Saison erst um 12 Uhr und nicht wie sonst um 10 Uhr. Der Betriebsleiter der Regio-Bäder Freiburg, Holger Bockelmann, blickt auf die leeren Schwimmbecken des Loretto-Bades in Freiburg. Er bedaure, dass sie die Öffnungszeiten verkürzen mussten. Der Grund: Personalmangel. Es stünden in diesem Jahr viel weniger unterstützende Saison-Kräfte zur Verfügung.

Das Lorettobad in Freiburg (Foto: SWR)
Der Betriebsleiter der Regio-Bäder Freiburg, Holger Bockelmann, im Lorettobad in Freiburg.

Viele Saisonkräfte arbeiten nun im Einzehandel

Bockelmann vermutet, dass das in erster Linie an Corona liege, weil viele Arbeitskräfte in den Einzelhandel abgewandert seien. Die haben, im Gegensatz zum Gastronomie-Betrieb oder zum Schwimmbad, immer geöffnet.

SWR1-Beitrag über die Personalnot in Schwimmbädern:

Weniger Absolventen des DLRG-Silber-Abzeichens

Hinzu kommt, dass in den letzten zwei Jahren viel weniger Menschen das Deutsche Rettungsschwimmabzeichen DLRG Silber gemacht haben. In dem zehnstündigen Kurs wird viel verlangt: 25 Meter Strecke tauchen, Wiederbelebung, Kleiderschwimmen. Wer den Schein geschafft hat, kann sich jederzeit in den Bädern bewerben.

Immer weniger Bewerberinnen und Bewerber

Das tun aber immer weniger Menschen, beobachtet Holger Bockelmann. Er glaubt nicht, dass es mit schlechter Bezahlung zu tun hat, schließlich würden alle nach Tarif entlohnt. Seiner Erfahrung nach wollen viele Menschen abends und an Wochenenden nicht mehr arbeiten. Hinzu kommt, dass der Umgangston in Schwimmbädern rauer geworden ist. Bademeister werden weniger als Respektpersonen anerkannt.

Freibad Ihringen (Foto: SWR)
Mike Haake hilft als Bademeister im Kaiserstuhlbad in Ihringen aus.

Nachbarschaftshilfe für das Ihringer Kaiserstuhlbad

Auch in Ihringen hat das Kaiserstuhlbad seit Jahren Probleme, Fachkräfte zu finden. Und ausgerechnet zum 60. Jubiläum wurde der Schwimmmeister krank. Es drohten wie andernorts stark eingeschränkte Öffnungszeiten. Dann kam die Rettung in Form von Mike Haake. Er ist Schwimm-Meister in Vogtsburg am Kaiserstuhl. Weil „sein“ Bad diesen Sommer renoviert wird, schlug er seinem Bürgermeister vor den Kollegen in Ihringen zu helfen, das nun im Normabetrieb laufen kann und täglich von 10 bis 20 Uhr geöffnet hat.

Der Fernsehbeitrag zum Thema:

Glückliche Badbesuchende

Die Besucherinnen und Besucher sind froh. Mike Haake, der in vierter Generation Schwimm-Meister ist, winkt bescheiden ab. „Das ist natürlich ein schönes Gefühl helfen zu können“, sagt er „aber die Freizeitgestaltung der Menschen erhält ja auch meinen Job“.

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