STAND

Die KfZ-Innung in Lörrach fordert, den Autohandel zu öffnen. Jetzt sei traditionell die umsatzstärkste Zeit. Nach dem schlechten letzten Jahr droht vor allem kleineren Autohäusern die Insolvenz.

Bis jetzt dürfen Kunden nur ihr Auto in die Werkstatt bringen, Verkaufsgespräche sind wegen Corona nicht erlaubt. Dabei wird jetzt zu Jahresbeginn das große Geschäft im Autohandel gemacht.

Beratung mit Maske sei in den weitläufigen Autohäusern auch kein hygienisches Problem, meinen Autohändler wie Michael Böhler aus Schopfheim, der dringend auf Kundschaft wartet. Doch er darf niemand reinlassen. Seine Ausstellungsfläche ist fast so groß wie ein Fußballfeld, aber menschenleer, während im Lebensmittelhandel gegenüber Hunderte einkaufen können.

"Der Kunde möchte das Auto anfassen"

Der Wohnmobilhändler Daniel Struc aus Lörrach behilft sich mit Videogesprächen, zeigt seine neusten Modelle, doch das sei nur ein schlechter Ersatz, so lasse sich kein Wohnmobil verkaufen. "Der Kunde möchte das Auto anfassen, das ist ganz wichtig für die Leute, deswegen wollen sie auch jetzt was aussuchen für den Sommer, sonst schaffen wir das nicht."

Kleinere Autohäuser kurz vor der Insolvenz

Der Kundenstop sei für die Autobranche brutal, sagt der Obermeister der KFZ-Innung Horst Wagner, denn schon im vergangenen Jahr seien die Verluste deutschlandweit dramatisch gewesen. Viele vor allem kleinere Autohäuser stünden wegen Corona kurz vor der Insolvenz.

"Wir liegen - Stand Dezember - 18 Prozent zurück, das heißt 650.000 Neufahrzeuge, die nicht in den Markt kamen. Und diese Fahrzeuge fehlen dann auch für Reifenwechsel oder Inspektion in den Werkstätten.

Horst Wagner, Obermeister der KFZ-Innung, Steinen

Die Politik müsse sich ihrer Verantwortung bewusst sein, findet er, und die Showrooms öffnen, sobald es möglich ist, sonst werde es Existenzen und natürlich auch die Arbeitsplätze, die daran hängen, kosten.

STAND
AUTOR/IN