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Wenn die Außenterrassen wieder öffnen, wird es auf den Gehwegen in Straßburg eng. Die Gastronomen müssen die Mindestabstände einhalten. Für Menschen mit Handicap wird es dann schwierig.

Schon jetzt ist der Weg durch Straßburgs Innenstadt ein Hindernislauf für Menschen mit Sehbehinderung. Wenn demnächst in Frankreich die Außengastronomie öffnen darf, dann wird es noch schwieriger. Denn Tische und Stühle werden viel weiter auseinander stehen und noch mehr Platz auf dem Gehweg besetzen. "Normalerweise stehen hier zwei Reihen Tische und ich muss dann zur Seite auszuweichen. Da haben wir so etwa einen Meter, um vorbei zu kommen", sagen Betroffene.

Eigentlich regelt das alles das Gesetz zur Chancengleichheit: Zwischen Häuserfassade und einem Hindernis – wie etwa Tischen und Stühlen – muss mindestens 1,40 Meter Platz sein. Das könnte jetzt noch schwieriger werden, so Daniel Bouffier, Verein Menschen mit Sehbehinderung: "Wir sind oft mit Terrassen konfrontiert, die die ganze Breite des Gebäudes einnehmen. Da ist die Dimension schwer einzuschätzen und wir müssen uns irgendwie vorbei schlängeln und aufpassen, dass wir uns nicht verlieren zwischen den Tischen. Besser ist natürlich ein unverstellter Weg geradeaus."

Auf der einen Seite die blinden Menschen, aber auch jene im Rollstuhl, mit Rollator oder Kinderwagen - auf der anderen Seite die gebeutelten Gastronomen. Schon 300 Anfragen für die Erweiterung von Terrassen liegen vor. Eine Kommission soll in Straßburg jetzt mitentscheiden, wer wie viel Platz bekommt.

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