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Stein-und Schottergärten stehen vor den Aus. Sie machen keine Arbeit, sind aber für Natur und Klima eine Katastrophe. In Straßburg und Kehl werden sie bereits renaturiert.

Schottergärten sind praktisch, weil der Vorgarten keine Arbeit macht. Aber da hier nichts wächst und sich Steingärten im Sommer bis auf 70 Grad aufheizen, sind sie für die Natur und das Klima fatal. In Kehl hat man früher, als in anderen Städten mit dem Rückbau von Kiesflächen und Schottergärten begonnen und ist damit bundesweit zu einem Vorbild für die Renaturierung des öffentlichen Raums geworden.

In Kehl hat man gute Argumente für den Rückbau solcher Kiesgärten. Matthias Kaufhold von der Stadtverwaltung beruft sich auf wissenschaftliche Erkenntnisse und wollte daraus Konsequenzen ziehen: "Es gibt Studien, dass es in den Nachtzeiten Unterschiede von etwa sechseinhalb Grad zwischen begrünten Flächen und nicht begrünten Flächen gibt. Das ist schon gewaltig groß. In Kehl haben wir eine Klimastudie für unser Stadtgebiet gemacht. Sie identifiziert einzelne Bereiche, die besonders stark belastet sind."

Auch im benachbarten Straßburg hat man im heißen Sommer 2020 versucht das Stadtklima zu verbessern. Gepflasterte Plätze wurden dazu flächendeckend mit Bäumen und großen Topflanzen beschattet, denn Bodenhitze wirkt sich kritisch auf temperaturempfindliche Mikroorganismen aus. Dass sie überall dort besser überleben können, wo es keine Steingärten mehr gibt, belegen Untersuchungen des Straßburger Biologen Christophe Brua: "Hier finden wir die gesamte Mikro-Fauna, sehr divers von Schnecken bis zum Tausendfüßler, vom Käfer bis zur Wanze, bis zu Bakterien und Pilzen. Dieses Leben hier ermöglicht schließlich Pflanzen und Bäumen zu leben."

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