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2015 hat die Schweizer Nationalbank aufgehört mit Ankäufen den Euro-Kurs zu stützen um einen Mindestkurs von 1,20 Euro zu gewährleisten. Für die Exportwirtschaft war das ein Schock.

Das Familienunternehmen Christen in Herzogenbuchsee produziert Hightech in der dritten Generation. Und trotzdem ist es nicht mehr das Alte. Die Aufhebung des Euro-Mindestkurses vor fünf Jahren hat es ordentlich durchgeschüttelt. Daniel Arn, Geschäftsführer der Christen Zahnradfertigung: "Zuerst einmal waren wir ein bisschen erstarrt, denn wir wussten sofort, das geht voll auf die Marge. Also können wir das nicht einfach gerade so kompensieren, weil so ein Lohnfertiger wie wir es sind, hat mindestens 50 Prozent Lohnkosten. In dem Moment wussten wir wirklich keinen Ausweg."

Dauer

In den ersten Jahren nach der Aufhebung des Mindestkurses fällt der Euro gegenüber dem Schweizer Franken enorm ab und Schweizer Güter verteuern sich für Europäische Kunden. Das hat Folgen. Klaus Abberger, Leiter von "Konjunkturumfragen" KOF: "Hier gibt es Schätzungen, dass die Industrie oder die Verarbeitung etwa vier Prozent ihrer Beschäftigung verloren hat durch diesen Frankenschock, was grob etwa 25.000 Arbeitsplätze sind."

Auch die Firma Christen musste reagieren. Die wöchentliche Arbeitszeit wurde um zwei Stunden bei gleichem Lohn erhöht. Zudem wurden weitere Arbeitsschritte automatisiert und die Produktion insgesamt gestrafft. Unter größten Anstrengungen die Effizienz steigern, hieß das Motto. Die ganze Exportindustrie in der Schweiz hat solch einen Prozess durchlaufen.

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