Försterin Nicole Schmalfuss im Mooswald. (Foto: SWR)

Frühlingserwachen im Wald

Auf Spurensuche mit der Freiburger Forstamtsleiterin Nicole Schmalfuß

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AUTOR/IN
Sandra Helmeke

Hat das Gamsrudel den Winter gut überstanden? Was braucht die Haselmaus? Die Leiterin des Freiburger Forstamtes sorgt sich um kleine und große Tiere.

Mit großen Schritten stapft Nicole Schmalfuß durch den Neuschnee. Unterhalb eines Felsens hält sie inne. Sie untersucht Spuren im Schnee, sogenannte "Trittsiegel", findet abgefressene Buchentriebe, Brombeerknospen und einen gelben Fleck im Schnee.

"Hier hat sogar einer hingepinkelt, oder eine. [...] Denen geht's offenbar gut."

Der stammt vom acht- bis zehnköpfigen Gamsrudel, das hier lebt. Der späte Wintereinbruch macht der Försterin keine Sorgen. Die Tiere finden genug Futter, sagt sie, die frischen Knospen unter dem Schnee seien sehr nährstoffreich.

Für über 6.000 Hektar Wald ist Nicole Schmalfuß als Freiburger Forstamtsleiterin zuständig, Sie sorgt dafür, dass genug beruhigte Bereiche für Wild, stehende Gewässer für Amphibien, Strauch- und Baumpflanzungen gehegt oder angelegt werden. Nur wenn es auch den kleinsten Tieren gut geht, funktioniert das Ökosystem Wald.
Im Mooswald pflanzen angehende Forstwirtinnen und Forstwirte zum Beispiel gerade einen Strauchgürtel am Wegesrand, damit Lebensraum für die streng geschützte Haselmaus entsteht. Ein paar Schritte weiter: ein große Lichtung voller Buschwindröschen.

"Da geht einem das Herz auf, man kann den Frühling riechen und sehen."

Auch privat ist Nicole Schmalfuß am liebsten im Frühling im Wald unterwegs. In den Bäumen und im Unterholz sind überall Tierfamilien mit der Aufzucht des Nachwuchses beschäftigt. Eine spannende Zeit. An Waldbesucher richtet Schmalfuß daher eine Bitte:

"Die Rehkitze sind nicht verletzt, brauchen keine Hilfe, sie warten nur regungslos auf ihre Mütter."

Wenn Waldbesucher im Mai also mal ein neugeborenes Rehkitz entdecken, sollten sie das bitte dort liegen lassen. Rehgeißen legen ihre Kitze oft ab, kommen aber irgendwann zurück, sagt die Försterin.

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Sandra Helmeke