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Das Sommersemester beginnt, aber anders als sonst. Denn Corona zwingt die Freiburger Studierenden zum digitalen Studium und die Universität hat Sonderregelungen erlassen.

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Pünktlich zum Semesterbeginn hat die Univerwaltung in Freiburg eine Corona-Satzung verabschiedet. Sie soll verhindern, dass Studierende Nachteile durch die Pandemie haben, zu viel Zeit oder Bafög-Gelder verlieren. Unirektor Hans-Jochen Schiewer nennt einzelne Neuerungen: "Zum Beispiel können Studierende ein Urlaubssemester nehmen, dass dann nicht auf das Fachstudium angerechnet wird, sondern nur auf das Hochschulstudium. Und sie können trotz des Urlaubssemesters Lehrveranstaltungen belegen, Prüfungen machen, Studienleistungen erbringen." Darüberhinaus wurden Videoprüfungen eingeführt, wenn Studierende beispielsweise nicht an der Universität sein können.

Bibliothek nur eingeschränkt geöffnet

In kleinen Studios haben Dozenten erste Vorlesungen auf Video aufgezeichnet. Aber zunächst einmal müssen Prüfungen nachgeholt werden. Und dafür brauchen die Studierenden Lesestoff. Ab Donnerstag soll die Unibibliothek deshalb wieder eingeschränkt öffnen: "Wir gehen davon aus, dass nicht mehr als 50 Personen gleichzeitig dann in der UB sein können. Wir erwarten, dass eine Mund- und Nasenabdeckung getragen wird. Die Verweildauer wird eben auch nur darauf beschränkt sein, Bücher auszuleihen, Bücher zurückzugeben, und einen Lesesaalbetrieb können wir wahrscheinlich erst nach dem 4. Mai wieder anbieten."

Studentin ist bisher zufrieden

Digitales Lernen und Arbeiten – darauf haben sich viele mittlerweile eingestellt. Nicole Hähnle studiert Geschichte und Französisch auf Lehramt und hat gerade viel zu tun: "Ich muss momentan noch eine Hausarbeit schreiben, wie viele andere Studierende und dafür brauche ich Literatur aus der UB. Deswegen finde ich den Service, den sie UB mittlerweile anbietet, sehr gut. Dass man Literatur online bestellen kann und dann als Datei zugeschickt bekommt. Ich habe das selber schon ausprobiert und habe sehr gute Erfahrungen gemacht. Das ging sehr schnell. Innerhalb von einem Tag hat man dann die pdf-Datei.“

Zahl der Benutzer wird reduziert

Aber natürlich ist das Lernen und Arbeiten in Gesellschaft für viele junge Leute einfacher. Die Uni-Bibliothek ist da mit ihren Lesesälen, schicken Sesseln und gemütlichen Ecken sehr beliebt. Das weiß auch Uni-Rektor Hans-Jochen Schiewer: "Wir haben normalerweise im Schnitt 10.000 Nutzer und Nutzerinnen pro Tag in der Unibibliothek. Davon sind wir weit entfernt. Wir haben insgesamt 1.600 Leseplätze und können unter den epidemiologischen Rahmenbedingungen etwa 500 Leseplätze einrichten. Wir haben eine große Verantwortung, aber wir wollen, so weit wie möglich, die Studierfähigkeit und die Arbeitsfähigkeit wieder herstellen."

"Es wird die Welt verändern"

Jetzt wird mit den Virologen der Uniklinik Freiburg abgeklärt, wie viele Menschen gleichzeitig in den Lesesälen sein können, ohne dass sich das Ansteckungsrisiko erhöht. Unirektor Schiewer jedenfalls will auf Nummer sicher gehen. Für ihn gilt: "safety first". Und er ist sich sicher: "Es wird die Welt verändern".

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