Römischer Brunnen bei Bauarbeiten entdeckt

Archäologischer Fund römischer Brunnen in Grenzach-Whylen

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Von weitem sieht die Grabungsstätte aus wie ein überdimensionaler Trichter eines Ameisenlöwens: acht Meter tief im Rheinschotter, der obere Trichter-Rand 20 mal 20 Meter und am unteren Ende ein 90 Zentimeter breites Loch…. überdacht und am Rand abgesichert. Nur dass in dem Loch kein Ameisenlöwe sitzt; sondern ein behelmter Mann mitsamt Eimer an einer Winde in den Schacht des römischen Brunnens hinabgelassen wird:
OTON 1 … für meine Kenntnisse der einzige römische Brunnen, der derzeit ausgegraben wird. Und der vor allem sehr tief angelegt worden ist von den Römern, aber wir wissen noch nicht WIE tief. Wir sind aktuell bei einer Brunnentiefe von zwölfeinhalb Metern.
… erklärt Gertrud Kuhnle vom Landesamt für Denkmalschutz mit Blick in den Schacht. Stillgelegte Brunnen wurden früher von den Römern mit Abfällen verfüllt – eine wahre Fundgrube für Archäologen also:
OTON 2 Besonders spannend war, dass wir über zwei drei Meter in einer größeren Tiefe nur Tierknochenfragmente vorgefunden haben, und dann aber auch Keramikscherben und es wird wahrscheinlich noch spannender, weil je weiter wir runterkommen müsste dann ein Feuchtbereich kommen und wenn es feucht ist werden auch organische Reste besser erhalten.
…. und die geben schließlich Auskunft über die Natur- und Kulturlandschaft, über die Lebensweise und über den Speiseplan der Römer am Hochrhein. Klar ist, dass der Brunnen in der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts nach Christus verfüllt wurde. Doch ob er zu einer Straßenstation oder einem Gutshof gehörte, da rätseln die Wissenschaftler noch:
OTON 3 Das ist etwas schwierig zu sagen, wir haben hier auf der Fläche drei Gebäude mit Steinfundamenten, eben den Brunnen und noch einen Steinkeller. Aber wir haben kein Gebäude, das wir als Badegebäude ausweisen können. Das bräuchten wir um ad hoc sagen zu sagen, das war ein Gutshof oder eine Straßenstation. Also da müssen wir noch ein bisschen recherchieren, um das richtig interpretieren zu können ….
Die wissenschaftlichen Arbeiten gehen also noch lange weiter, auch wenn der römische Brunnen dann wieder im Untergrund verschwunden ist. Denn eigentlich wird der Fundort ja ein gerade entstehendes Neubaugebiet. Doch keine Sorge: von dem Brunnen gibt es ein 3D Modell und die Obere Brunnenfassung wird irgendwo im Neubaugebiet als Erinnerung an die frühere Besiedlung wieder aufgebaut.

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