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Kinderturnen in der Halle fällt wegen Corona aus? Stattdessen gibt es in Weil am Rhein einen Fitnessparcours für Kinder. Und die sind mit Feuereifer dabei.

Normalerweise geht Joel mit Mama oder Papa ins Eltern-Kind-Turnen des TV Weil. Jetzt baut er in einem kleinen Wäldchen im Dreiländergarten mit Papa ein Tipi aus kleinen Ästen. Der Vierjährige gibt Tipps, wie es am besten klappt: "Einfach müssen wir nur darauf achten, dass wir nirgends dran kommen und dass sie richtig stehen. Und wenn sie nicht richtig stehen, dann krachen sie einfach um", sagt der Knirps strahlend und drückt seine Brille auf der Nase zurecht.

Vor dieser Geduldsübung mit den kleinen Ästen hat sich der Fünfjährige ausgepowert beim Fliegerspielen auf der Mauer, beim Purzelbäume schlagen auf der Wiese, beim Ballspielen mit den anderen und beim Weitspringen über eine Picknickdecke. Die beiden vierjährigen Leni und Samira und die ältere zehnjährige Schwester Marla sind ebenfalls mit Feuereifer dabei. "Mir hat am besten gefallen das Mauer laufen und das Bälle werfen", sagt Leni, die gerade eine kleine Verletzung mit einer Getränketüte kühlt. Die gleichaltrige Samira ist etwas schüchterner, aber bei den Purzelbäumen bekam sich vor lauter Eifer rote Backen. Und Marla kann sich eigentlich gar nicht entscheiden: "Das Laufen und Rennen und Balancieren, eigentlich hat mir alles gefallen."

Verschiedene Übungen an 18 Stationen

18 Stationen hat sich ihre Trainerin Sonja Gottstein vom TV Weil für den Parcours ausgedacht – bewegungsintensiv zum Austoben, aber auch einige zum Runterkommen und wieder Abkühlen: "Die Stationen habe ich so aufgebaut, wie ich es im Training auch mache. Ich versuche verschiedene Möglichkeiten anzubieten: Balance, Gleichgewicht, Koordination - und auch die sensiblen Sachen, wie beispielsweise ein Stocktürmchen bauen, dass man da auch die Feinmotorik ein bisschen stärkt."

"Es tut gut rauszukommen. Das macht richtig Spaß"

Rund eine Stunde dauert der Parcours für die Kleinen – Anweisungen gibt es per Handy-Code zum Runterladen oder per Laufzettel, der laminiert an einem Gebüsch hängt. Der Parcours ist eine gelungene Abwechslung im drögen Corona-Alltag findet Joels Papa Jonathan Grimm: "Es tut gut rauszukommen und so ein tolles Angebot zu haben. Wo so vieles gerade nicht geht, können wir hier auf Tour gehen zusammen und finden dann noch so tolle Ideen, die vorbereitet sind. Das macht richtig Spaß", freut er sich.

ein Mann kniet, Kinder springen über eine Picknickdecke  (Foto: SWR, Laura Könsler)
Nicht nur Turnen und Bewegung machen Spaß - auch die Dreharbeiten mit Kameramann Malcolm Bijker Laura Könsler

Und eines ist auch klar: Joel und sein Papa und die Mädchen waren nicht das letzte Mal hier, "weil man hier mehr Platz hat, als in der Turnhalle", sagt Joel und Marla ist sich sicher: "Ich komme auf jeden Fall nochmal!"

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