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Ein Alpaka stirbt - offenbar, weil es von Passanten falsch gefüttert wurde. Die Stute hinterlässt ein erst wenige Tage altes Junges. Das kleine Fohlen muss nun aufgepäppelt werden.

Waisenfohlen Moja sucht Anschluss

Die kleine Moja ist erst drei Wochen alt und schon ohne Mutter. Zum Glück hat die Herde das Alpakafohlen gut aufgenommen. Sogar eine große Schwester hat Moja gefunden. "Sie wendet sich jetzt an Diana, das Fohlen einer anderen Alpakastute", freut sich Landwirt Simon Kiefer aus Brigachtal. "Man könnte meinen, das sind Geschwister. Die kommen aber aus ganz verschiedenen Ställen.."

Moja braucht viel Zuwendung

Moja ist eines von 36 Alpakas und Lamas, die auf dem Bauernhof Mühle im Brigachtal leben. Damit das kleine Fohlen überlebt, braucht es jetzt erst einmal viel Zuwendung. Tag und Nacht, genauer gesagt alle drei Stunden, heißt es Fläschchen geben.

Auf dem Hof packt deshalb jeder mit an, auch Jasmin Klingk, eine Freundin der Familie, die sich sofort in das Kleine verliebt hatte. „Ich habe sie eine Stunde, nachdem sie auf der Welt war, das erste Mal gesehen. Da war sie noch ganz nass", erinnert sich die junge Frau während Moja aus der Milchflasche trinkt. "Wir waren alle auf der Weide versammelt und haben noch lang beim Sonnenuntergang gesessen. Umso schlimmer war es dann, dass die Mama gestorben ist. Aber jetzt geben wir unser Bestes."

Alpakafohlen wird mit der Flasche aufgepäppelt (Foto: SWR)
Alpakafohlen wird mit der Flasche aufgepäppelt

Alpakamutter an altem Brot verendet

Der Tod der Alpakamutter ist ein schwerer Schlag für Simon Kiefer. Auf der Weide hatte er das sterbende Tier gefunden: "Sie lag hier mit den Beinen nach vorne. Der Kopf war gekrümmt. Es sah sehr schmerzhaft aus. Ich habe ihr den Kopf gehoben, damit sie die Atmung wieder stabilisieren kann. Ich habe versucht sie aufzurichten. Aber sie war so kraftlos, dass sie es nicht geschafft hat.“

Hinweisschilder werden oft ignoriert

Das Tier starb offenbar an Brot, das Passanten ihr zu fressen gegeben hatten. Alpakas haben einen sehr empfindlichen Magen. Das falsche Essen kann tödlich sein. Zahlreiche Hinweisschilder warnen deshalb davor, die Tiere zu füttern. Für den Jungbauern ist es unverständlich, dass die Leute sich nicht daran halten.

Alpakas sind eine Leidenschaft

Trotzdem lässt sich Landwirt Simon Kiefer nicht unterkriegen. Die Alpakas sind seine große Leidenschaft. Schließlich war es seine Idee, auf die südamerikanischen Wolllieferanten zu setzen und Wandertouren mit ihnen anzubieten. Trotz des traurigen Vorfalls bereut er nicht, die Alpakas auf seinen Familienhof geholt zu haben.

"Das Strahlen der Kinder, wenn sie eine Alpaka-Wanderung machen, das inspiriert mich jedes Mal auf´s Neue."

Simon Kiefer, Alpaka-Halter aus Brigachtal

Für die kleine Moja sind die kommenden Monate entscheidend. Zum Glück ist sie nicht mehr alleine: Nicht nur eine Schwester hat das Alpakafohlen gefunden, es hat sich auch eine Ersatzmama aus der Herde ausgesucht.

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