Obwohl er seine Kandidatur zurückgezogen hat, holte Alexander Schindler am Sonntag bei der Bürgermeisterwahl in Schwanau die meisten Stimmen. (Foto: SWR)

Wahlgewinner trotz Rückzug

Kurioser Wahlausgang in Schwanau: Schindler will Bürgermeisteramt nicht antreten

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Alexander Schindler hat am Sonntag die Bürgermeisterwahl in Schwanau klar gewonnen. Doch eigentlich hatte er seine Kandidatur längst zurückgezogen. Nun soll es eine Neuwahl geben.

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Alexander Schindler ist mit 58 Prozent der Stimmen klarer Sieger der Bürgermeisterwahl in Schwanau (Ortenaukreis). Allerdings war er längst aus dem Rennen. Vor zwei Wochen hatte er mitgeteilt, aus gesundheitlichen Gründen doch nicht mehr antreten zu wollen. Sein Name indes stand am Sonntag immer noch auf dem Stimmzettel. Die absolute Mehrheit der Wählerinnen und Wähler machte bei ihm ihr Kreuz. In einer schriftlichen Stellungnahme bedankte sich der 43-jährige Verwaltungsfachmann aus dem Nachbarort Rust jetzt für das große Vertrauen. Sein Genesungsprozess werde aber noch einige Zeit dauern. Deshalb könne er die Wahl nicht annehmen.

Keine Feierlaune im Rathaus

Im Rathaus dürfte diese Ankündigung kein Grund zur Freude sein. Denn nun beginnt alles von vorne: ein komplett neues Bewerbungsverfahren. Hauptamtsleiter Michael Fertig hatte bereits am Montag mit einer Absage gerechnet. Er habe sich das nicht gewünscht, sagte er gegenüber dem SWR. Aber er sei zuversichtlich, "dass wir einen Chef finden werden".

"Wir sind gerade sicherlich nicht zu beneiden. Aber der Blick muss nach vorne gehen."

Neuwahl noch im Sommer möglich

Ein erneuter Urnengang könnte dann im August stattfinden. Genau das wollten die Wählerinnen und Wähler offenbar erreichen. Denn keiner der Namen auf der langen Wahlliste konnte in Schwanau überzeugen. Das zeigt auch die niedrige Wahlbeteiligung von 53 Prozent. Bei einer Neuwahl könnten sich dann neue Kandidatinnen und Kandidaten aufstellen lassen. Einer, der schon mal den Finger gehoben hat, ist Jonas Maurer. Der 34-Jährige war früher für die SPD im Schwanauer Gemeinderat. Aktuell ist er Hauptamtsleiter in Simonswald im Nachbarkreis Emmendingen und würde als Bürgermeister gern in seine Heimatgemeinde zurückkehren.

Bewerberflut nach Radiospot

Zur Wahl in Schwanau war es gekommen, weil der vorherige Bürgermeister, Wolfgang Brucker (CDU), zum Regionalverband Südlicher Oberrhein wechselte. Zunächst wollte sich niemand für seine Nachfolge aufstellen lassen. Erst ein Radiospot, der offensichtlich nicht ernst gemeint war, sorgte für eine Bewerberflut. Schließlich gab es zehn Kandidaten und eine Kandidatin.

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