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Bei der Auftaktveranstaltung der AfD in Südbaden für die Landtagswahl am 14. März ist es zu einem Eklat gekommen: Ein Fernsehteam der ARD-Sendung "Monitor" wurde am Samstagabend von AfD-Stadtrat Dubravko Mandic, der für seine Partei bei der Landtagswahl antritt, aus dem Bürgerhaus Zähringen in Freiburg geworfen. Mandic begründete dies mit Szenen, die sich zuvor an einem Wahlkampfstand in Lörrach abgespielt haben sollen, wonach das Team Wahlhelfer und Passanten gegen deren Willen gefilmt haben sollen. "Aufgrund dieser schlechten Erfahrung haben wir kein Interesse an einer Nicht-objektiven Berichterstattung", so Mandic im SWR, der von Straftaten sprach, die bei der Polizei zur Anzeige gebracht worden seien. Die betroffene WDR-Reporterin Lisa Seemann sieht das anders. Von Straftaten in Lörrach könne keine Rede sein. Zum einen habe es sich um eine öffentliche Veranstaltung gehandelt, bei der die Presse nicht einfach ausgeschlossen werden dürfe. Und weil Mandic für die Monitor-Redaktion eine streitbare Person sei, habe das Team ihn vor Ort interviewen wollen. Vor dem Rauswurf hatte sich das TV-Team mithilfe der Polizei Zutritt ins Bürgerhaus Zähringen erstreiten müssen. Als Mandic erschien, forderte er mit Hinweis auf das Hausrecht das WDR-Team auf, den Saal zu verlassen. Ob er weitere Pressevertreter bei Wahlkampf-Veranstaltungen ausschließen werde, werde "von Fall zu Fall" entschieden, so Mandic im SWR. Auch der Deutsche Journalistenverband hat auf die Vorfälle reagiert. Man zeige sich solidarisch mit denen, die vor Ort unter erschwerten Bedingungen ihre Arbeit machen, die so wichtig sei für eine offene, demokratische Gesellschaft, heißt es in einer Pressemitteilung. "Und wir fordern selbstverständlich freien und gleichberechtigten Zugang für alle Medien bei öffentlichen Parteiveranstaltungen."

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