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Am Umgang mit den Verspätungen und Ausfällen bei der Breisgau-S-Bahn wird die Kritik lauter. Landrätin Störr-Ritter fordert, dass sich die Bahn mehr um gestrandete Fahrgäste kümmert.

Die Landrätin des Kreises Breisgau-Hochschwarzwald, Dorothea Störr-Ritter (CDU), rief die Bahn zu ehrlicher Kommunikation auf: "Fakten und Tatsachen müssen auf den Tisch." Sie verstehe den Frust der Reisenden, sagte Störr-Ritter. Sie verlangte, dass die Bahn bei Verspätungen und Ausfällen die Reisenden betreut. Die Unzuverlässigkeit der Breisgau-S-Bahn sei ein Problem für die ganze Region und werde derzeit auf oberster Ebene diskutiert.

Verkehrsminister Hermann hofft auf rasche Lösung

Dies bestätigt der grüne Verkehrsminister, Winfried Hermann: "Wir brauchen sofort eine funktionierende Alternative", stellt er klar. Die elektrifizierte Breisgau-S-Bahn sei ein "Super-Konzept", das in der Praxis aber nur funktioniere, wenn auch alles super klappe, so Hermann. Man müsse im nächsten halben Jahr nun darüber nachdenken, wie man wieder zurückkehren könne zu den geplanten umsteigefreien Verbindungen.

Fahrgastverband sieht Lokführermangel als Grund

Der Fahrgastverband ProBahn übte unterdessen harsche Kritik an der Bahn. Der wahre Grund für die Probleme liege nicht im Betriebsablauf, sondern im Lokführermangel, sagte dessen regionaler Sprecher Fritz Herrenbrück aus Kirchzarten. Dies wolle die Bahn aber nicht zugeben. Ein Bahnsprecher wies das gegenüber dem SWR entschieden zurück. Lokführer seien genug da.

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Sendedatum
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16:00 Uhr
Sender
SWR4 BW Südbaden

Die Probleme lägen in dem "äußerst komplizierten" Betriebssystem der Breisgau-S-Bahn begründet, teilt die Bahn mit. So seien an den Knotenpunkten in Gottenheim und Titisee täglich rund 120 Kupplungsvorgänge notwendig. Zudem seien über 80 Prozent der Strecke eingleisig. "Das funktioniert nur, wenn alles präzise aufeinander abgestimmt ist", so DB-Sprecher Reinhold Willing.

Bei den Kupplungen seien Verzögerungen aufgetreten, "die wir von vorne herein so nicht eingeplant hatten", räumt Willing ein. Verspätungen würden sich wegen der Eingleisigkeit schnell auch auf den Gegenverkehr und die nachfolgenden Züge auswirken.

Bahn dämpft Hoffnung auf schnelle Lösung

Die Bahn arbeitet nach eigenen Angaben mit Hochdruck an einer Normalisierung des Betriebs zwischen Endingen am Kaiserstuhl und Villingen. Es werde allerdings "keine kurzfristige Lösung" geben, so der Bahnsprecher. Bereits im Dezember waren einige Verbindungen gestrichen worden, um die Abläufe zu stabilisieren. Dennoch war es auch am ersten Tag nach den Weihnachtsferien wieder zu Verspätungen und Ausfällen gekommen.

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