Hände eines Mannes in Handschellen. (Foto: Thinkstock, SWR)

Nach Festnahme in Freiburg Mutmaßlicher IS-Terrorist wird befragt

Das LKA Baden-Württemberg will in Kürze mit der Befragung des in Freiburg festgenommenen mutmaßlichen Dschihadisten beginnen. Der 29-Jährige soll in Syrien an Kampfhandlungen beteiligt gewesen sein.

Medieninformationen, wonach der 29-jährige Deutsche in einer Moschee im Freiburger Stadtteil Herdern, die auch vom Verfassungsschutz beobachtet wird, verkehrt haben soll, will das Landeskriminalamt auf SWR-Nachfrage nicht bestätigen. Der Mann war am Mittwoch bei einem Spezialeinsatz mit 40 Polizeibeamten festgesetzt worden.

Obelandesgericht Stuttgart erlässt Haftbefehl

Dem 29-Jährigen wird vorgeworfen, in Syrien eine schwere staatsgefährdende Gewalttat vorbereitet zu haben. Das teilten die Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart und das Landeskriminalamt (LKA) am Donnerstag mit. Das Oberlandesgericht Stuttgart habe Haftbefehl erlassen. Dem Mann deutscher Staatsangehörigkeit werde vorgeworfen, Ende 2013 nach Syrien gereist zu sein, um sich dem IS anzuschließen. Er soll in einem Ausbildungslager bei Aleppo militärisch ausgebildet worden sein.

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18:00 Uhr
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SWR Fernsehen BW

"Im Streit hat er den IS dann verlassen", sagte Jan Dietzel, Oberstaatsanwalt der Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart, dem SWR. Er habe sich einer anderen terroristischen Vereinigung angeschlossen und an Kampfhandlungen teilgenommen, vermutlich als Sanitäter.

Anfang dieses Jahres kam er den Angaben zufolge nach Deutschland zurück. Am Mittwoch wurde er festgenommen, er habe keinen Widerstand geleistet. Seither sitzt er in Untersuchungshaft.

Weitere Verdächtige im Visier der Ermittler

Gesucht wird den Ermittlern zufolge noch nach einem weiteren Mann deutscher Staatsangehörigkeit. Auch er soll sich 2013 Terroristen angeschlossen haben. Von ihm, der zur Tatzeit 28 Jahre alt gewesen sei, fehle seit Sommer 2015 aber jede Spur.

Durchsuchungen in Freiburg und Villingen-Schwennningen

Ermittelt werde darüber hinaus gegen drei 25 bis 41 Jahre alte Verdächtige aus dem Raum Villingen-Schwenningen (Schwarzwald-Baar-Kreis) und aus Norddeutschland. Sie sollen die beiden anderen Verdächtigen und damit die Terrorvereinigungen mit Handykarten und Geld unterstützt haben. Diese drei Männer wurden den Angaben zufolge jedoch nicht festgenommen.

In Villingen-Schwenningen und Freiburg seien Wohnungen durchsucht und Beweismaterial beschlagnahmt worden. 40 Beamte waren den Angaben zufolge an den Polizeieinsätzen beteiligt.

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