Würdigung für berühmten Menzenschwander Dorfkirche soll Winterhalter-Museum werden

Der Portraitmaler Franz Xaver Winterhalter war im 19. Jahrhundert begehrter Gast von Königen und Fürsten. Er geriet in Vergessenheit. In Menzenschwand will man das nicht hinnehmen.

Er war ein Star in Zeiten, in denen es noch keine Fotoapparate und erst recht keine Selfies gab: Der Portraitmaler Franz Xaver Winterhalter. Er wurde als Sohn eines Bauern Anfang des 19. Jahrhunderts in Menzenschwand geboren. Ein paar Menzenschwander wollen jetzt, dass "ihr Fürstenmaler" aus der Vergessenheit geholt und auch im Dorf geziemend gewürdigt wird. Aus der leer stehenden Kirche des Ortes wollen sie deshalb ein Winterhalter-Museum machen.

Dauer

Elisabeth Kaiser gerät sofort ins Schwärmen, wenn sie von "ihrem" Franz Xaver erzählt. Mit zehn Mitstreitern hat die Vorsitzende des Winterhalter-Vereins vor elf Jahren aus drei Räumen des alten Rathauses von Menzenschwand im Landkreis Waldshut ein kleines Winterhalter-Museum gemacht.

Verein will mit Museum in Dorfkirche umziehen

2018 hat der Winterhalter-Verein die seit Jahren leer stehende Kirche in der Ortsmitte gekauft. Nun sind auch die Baupläne fertig: Die über 300 Jahre alte Kirche soll von außen in der alten Form bleiben, aber mit neuem Material verlängert werden. Innen sollen Zwischenwände und Zwischendecken zusätzliche Räume schaffen.

Leihgaben aus Freiburger Sammlung denkbar

Die Winterhalter-Ausstellung 2016 war die erfolgreichste Ausstellung der Freiburger Museen in 20 Jahren. Tilmann von Stockhausen, der Direktor der städtischen Museen Freiburg, kann sich Leihgaben aus seiner Sammlung nach Menzenschwand vorstellen. Aber dazu müssten Elisabeth Kaiser und ihre Mitstreiter ihre Pläne in die Tat umsetzen.

Das Projekt genießt breite Zustimmung

Das Kultusministerium Baden-Württemberg, das Denkmalamt und die Gemeinde befürworten das Vorhaben. Doch es kostet viel Geld, drei Millionen Euro sind veranschlagt. Sehr viel Geld für den kleinen Verein, sagt Elisabeth Kaiser. Die Vertreterin des Kultusministeriums macht ihr dabei Hoffnung. Einen Scheck hat Staatssekretärin Petra Olschowski bei ihrem Besuch in Menzenschwand zwar nicht dabei, stellt aber ministerielle Hilfe bei der Suche nach Partnern in Aussicht.

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