Imbiss-Wagen mit Schild "herman ze german" (Foto: SWR)

Zweites Standbein in Lörrach Wurst-Unternehmer fürchten harten Brexit

Der Brexit-Deal von Premierministerin May ist abgelehnt. Ein ungeregelter Brexit bedroht nun auch das Geschäftsmodell südbadischer Wurst-Unternehmer mit Filialen in London.

Dauer

In bester Londoner City-Lage bieten die Auswanderer aus dem Südschwarzwald, Florian Frey und Azadeh Falakshahi, Wurst aus dem Wiesental an. Doch nun müssen sie sich wohl umorientieren.

Vom Wurst-Nachschub abgeschnitten?

Seit 2010 verkauft "herman ze german" Wurst-Spezialitäten aus dem Wiesental in mehreren Filialen in London. Die Idee mit der Schwarzwälder Bratwurst boomt. Schlimm wäre für die Wurstunternehmer nur, wenn der Wurst-Nachschub aus dem Wiesental nicht mehr liefe infolge des Brexits.

Werden die großen Firmen und Banken in London bleiben und damit die zahlungskräftige Kundschaft, die bei "herman ze german" fast acht britische Pfund für eine Currywurst zahlt? Und: Lohnt es sich noch die Wurst aus dem Kreis Lörrach nach London liefern zu lassen, wenn sie verzollt werden muss und im Stau an der Grenze hängen bleibt?

Eigentlich können sie gar nichts planen, und genau deshalb planen sie: einen Schritt in Richtung alte Heimat, eine neue Filiale in Lörrach. Denn ihr Foodtruck dort läuft jetzt schon gut mit ihrer deutschen Wurst nach englischer Art. Und ein zweites Standbein schadet nie.

Dauer

Hoffen auf den "exit from the brexit"

Bei einem ungeregelten EU-Austritt werden tiefgreifende ökonomische Erschütterungen befürchtet. Die Zukunft von "herman ze german" ist ungewiss. Die Wurst-Unternehmer aus dem Dreiländereck liebäugeln auch mit einem neuen Standort in der Schweiz. Und sie hoffen doch noch auf einen "exit from the brexit" - einen Brexit-Ausstieg.

STAND