Wein- und Obstanbau am Kaiserstuhl Winzer halten Bienen-Volksbegehren für nicht praktikabel

Winzern im Land geht das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ zu weit. Die Forderungen würden zu starke Einschnitte für die Branche bedeuten, so Paulin Köpfer, Vorsitzender des Verbands Ecovin Baden.

Die mit Pestiziden belasteten Flächen bis 2025 halbieren, Streuobstbestände schützen und Pestizide in Schutzgebieten verbieten - das sind einige Ziele der Initiatoren des Volksbegehrens. Das komplette Pestizidverbot in Schutzgebieten bereitet allerdings vielen Bauern in Südbaden Sorgen. Denn große Teile der Anbauflächen liegen hier in solchen Gebieten.

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Richard Schmidt ist Biowinzer in Eichstetten am Kaiserstuhl. Wenn die Forderungen aus dem Volksbegehren ohne Ausnahmen umgesetzt würden, würde das für ihn bedeuten, dass er auch keine geringen Mengen Kupfer mehr einsetzen dürfte, um seine Reben etwa vor Pilzen zu schützen. Das könnte zu Missernten führen und ist deshalb für Schmidt nicht umzusetzen.

"Das wäre der wirtschaftliche Tod des Weinbaus am Kaiserstuhl."

Richard Schmidt, Biowinzer aus Eichstetten

Richard Schmidt erklärt, dass Biowinzer sich bereits freiwillig stark einschränken: Sie benutzen zum Beispiel keine Mittel um Pflanzen abzutöten, sie nutzen keinen Dünger und es kommen keine Insektizide zum Einsatz. "Noch mehr können wir Biowinzer nicht machen. Bei den Konventionellen sieht's vielleicht anders aus."

Gemeinsam Lösung für Artenschutz finden

Schmidt hat Verständnis für die Initiatoren des Volksbegehren und findet den Schutz von Bienen sehr wichtig. Er warnt aber davor, dass im Volksbegehren Dinge gefordert werden, die nicht umsetzbar sind. "Das ist bestimmt kein böser Wille, sondern auch einfach die Unwissenheit. Die kennen sich mit Weinanbau nicht aus. Ist ja auch nicht schlimm, aber deshalb müssen wir gemeinsam an einer Lösung arbeiten."

Das sieht auch Paulin Köpfer, Vorsitzender des Verbands Ecovin Baden so. Deshalb erklärt er, "arbeiten wir sehr eng mit den Initiatoren und den Befürwortern des Volksbegehrens, dass es einen Weg gibt, der von allen Seiten tragbar ist."

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Grünes Licht für Bienen-Volksbegehren

Das Volksbegehren für stärkeren Artenschutz in Baden-Württemberg ist laut Innenministerium zulässig. Somit können bald die Bürger im Land über den Gesetzentwurf entscheiden.

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