Eine Schwanenfamilie schwimmt hinter Kanufahrern auf einem Fluss (Foto: picture-alliance / dpa, Bernd Weißbrod)

Vom Europapark Rust ins Elsass Naturschützer halten Seilbahn für "Schnapsidee"

Nach dem BUND hat sich auch der Landesnaturschutzverband (LNV) gegen die geplante Seilbahn vom Europapark nach Frankreich ausgesprochen. Ein "Naturjuwel" sei bedroht.

"Die Seilbahn wäre ein krasser Verstoß gegen europäisches Naturschutzrecht und ist eine Schnapsidee", so der LNV-Vorsitzende Gerhard Bronner in einer Pressemitteilung vom Donnerstag. Um die Verbindung ins Elsass zu schaffen, müsste die Seilbahn quer durch das Naturschutzgebiet Taubergießen gebaut werden. Der ganze Taubergießen ist Teil des europäischen Schutzgebietsnetzes "Natura 2000". Auwälder, Rheinaltarme, als 'Gießen' bezeichnete Quellaufbrüche machten den Taubergießen zu einem "überregional bedeutenden Naturjuwel". Verschlechterungen des Naturwertes seien dort schlicht unzulässig, so der LNV.

Auch BUND und Nabu üben Kritik

Zuvor hatten sich auch die Umweltverbände BUND und Nabu kritisch zu den Seilbahnplänen des Europaparks geäußert. "Eine Seilbahn durch eines der letzten großen Naturschutzgebiete am Oberrhein würde die winzige Restnatur bedrohen", warnte Axel Mayer, Geschäftsführer des BUND-Regionalverbands Südlicher Oberrhein. Nur noch 3,4 Prozent der Flächen im Regierungsbezirk Freiburg seien geschützte Gebiete. Mayer befürchtet zudem eine "zunehmende Verrummelung" durch den Europapark, der immer mehr Menschen anziehe. Martin Neub vom Naturschutzbund (Nabu) Südbaden sagte der Badischen Zeitung (Donnerstag), der Betrieb einer Seilbahn könne etwa Greifvögel und Reiher, die im Taubergießen jagen und brüten, stören. Auch Besucher des Naturschutzgebietes könnten negativ auf die Bahn reagieren.

Der Europapark hatte am Dienstag seine Idee einer grenzüberschreitenden Seilbahn publik gemacht. Demnach soll die Bahn von Rust (Ortenaukreis) aus über den Rhein entweder ins elsässische Rhinau oder Diebolsheim führen. Eine Strecke, die zwischen 5,2 und 5,6 Kilometer lang wäre und möglicherweise auch den Taubergießen überspannen würde. Politiker aus Frankreich und Baden-Württemberg hatten das Projekt grundsätzlich begrüßt.

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