Verkehrsteilnehmer immer rücksichtsloser - Beispiel Schramberg Pöbeleien auf Baustellen nehmen zu

Beschimpfungen bis hin zu Pöbeleien – das gibt es immer häufiger auf Baustellen. Das sind keine Kavaliersdelikte, sondern Straftaten mit Folgen - Beispiele aus dem Kreis Rottweil.

Dauer

Auf einigen Baustellen im Landkreis Rottweil gibt es immer wieder Auseinandersetzungen zwischen Bauarbeitern und Verkehrsteilnehmern. Doch Beschimpfungen und Pöbeleien scheinen keine Ausnahmefälle zu sein. Ein Baustellenarbeiter auf der Baustelle in Lauterbach will seinen Namen nicht nennen, aber er erzählt von seinen Erfahrungen. "Es gibt oft rücksichtslose Fahrer. Die rasen ohne Rücksicht auf Bauarbeiter durch Baustellen. Ich bin vergangenes Jahr fast überfahren worden."

Straßenbauamt bestätigt Vorfälle

Martin Osiejas koordiniert als Leiter des Straßenbauamtes in Rottweil die Baustellen im Kreis. Er bestätigt gegenüber dem SWR, dass Verstöße gegen Geschwindigkeitsregelungen an der Tagesordnung seien. Zudem moniert er das Verhalten dieser Fahrer stark. Die Missachtung von verkehrsrechtlichen Anordnungen im Baustellenbereich seien ganz klar außerhalb des Toleranzrahmens. Man gefährde nicht nur sich selbst, sondern auch das Leben der Bauarbeiter.

Bauarbeiter werden mit Gegenständen beworfen

Immer wieder kommt es auch zu Beschimpfungen. Einige Autofahrer gehen wohl sogar soweit, dass sie die Arbeiter mit Getränkedosen oder anderen Gegenständen, die sie in ihren Fahrzeugen finden, bewerfen. Das mache einfach sprachlos, so Joachim Hilser, der für das Straßenbauamt oft als Ingenieur vor Ort mit dabei ist. Das Verrücken oder gar Beseitigen von Verkehrsschildern auf Baustellen, käme auch hin und wieder vor. Es seien sogar schon rund drei Tonnen schwere Absperrungen auf die Seite geräumt worden. Ebenso hätten einige Zeitgenossen Baumaschinen über Nacht auf die Seite gefahren, so Hilser.

Absperrung einer Baustelle (Foto: SWR, Hardy Faißt)
Baustelle im Kreis Rottweil Hardy Faißt

Rote Ampeln werden missachtet

Verkehrsregeln, so Sarah König vom Polizeipräsidium Tuttlingen, würden vielfach ignoriert. Selbst rote Ampeln würden überfahren. Dabei sei klar: "Rot ist rot!", so Sarah König. Die Missachtung dieser Regelung werde neben Punkten und empfindlichen Geldbußen mit einem mehrwöchigen Fahrverbot bestraft. Das Verrücken von Verkehrsschildern werde unter Umständen sogar als gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr gewertet – eine Straftat.

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