Urteil im Tochtermord-Prozess Landgericht Rottweil erklärt Frau für nicht schuldfähig

Eine 57-Jährige soll im Januar ihre Tochter erstochen und ihren Sohn schwer verletzt haben. Aktuell läuft der Prozess am Landgericht Rottweil. Wir haben mit einem Polizeipsychologen über die Tat gesprochen.

Im sogenannten Tochtermordprozess hat das Landgericht Rottweil für die 57-jährige Angeklagte die Unterbringung in einer psychiatrischen Anstalt angeordnet. Das Landgericht Rottweil hat die Frau, die im Januar in Hardt bei Schramberg ihre Tochter erstochen hat, für schuldunfähig erklärt. Nach der Anhörung von 28 Zeugen und drei Sachverständigen zeigte sich laut Richter Karlheinz Münzer, dass ihre Taten nur durch die Krankheit zu erklären sind. Die Unterbringung ist unbefristet, die Heilungschancen sind allerdings schlecht. Dem Gericht zufolge hat die Beschuldigte eine Hemmschwelle überschritten und könnte wieder gewalttätig werden.

Hintergrund

Die Umstände der Taten sind denkbar tragisch. Die laut Gutachten an einer stark ausgeprägten paranoiden Schizophrenie erkrankte Frau aus Hardt bei Schramberg war für ein Wochenende aus der psychiatrischen Anstalt entlassen worden. Ihre 22-jährige Tochter hatte ihren Skiurlaub verschoben, um die Mutter am Nachmittag zu sich nach Hause einladen zu können. Am Ende des Besuchs hat die Mutter ihre Tochter erstochen.

Sohn schwer verletzt

Dasselbe wiederholte sich daraufhin ein paar Kilometer weiter in Tennenbronn mit dem Sohn, der die Messerstiche aber überlebte. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Angeklagte nicht schuldfähig ist. Bei dem Urteil geht es um eine Sicherungsverwahrung in einer Psychiatrie.

Was geht in Menschen vor, die anderen Gewalt zufügen? Diese Frage haben wir vor der Urteilsverkündung Adolf Gallwitz gestellt, einem Polizeipsychologen und Profiler im Ruhestand. Das Interview hören Sie im Audio.

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