Unispital Basel als Vorreiter Strahlungsgerät soll multiresistente Keime töten

670.000 Infektionen durch multiresistente Keime 2017 in Europa, rund 30.000 verliefen tödlich. Die Basler Uniklinik betreibt jetzt als erste ein Gerät, das die Keime abtöten soll.

Beim Stichwort "Multiresistente Keime" zucken wir zusammen. Zu Recht! Oft stecken sich Menschen im Krankenhaus mit multiresistenten Keimen an. Doch immer mehr Bakterien lassen sich nicht mehr mit Antibiotika bekämpfen, sie sind dagegen resistent.

Dauer

Aggressive Strahlung zerstört Erbsubstanz der Bakterien

Das neue Gerät für den Einsatz im Universitätsspital in Basel besteht im Grunde aus vier Neonröhren – die allerdings produzieren ein spezielles Licht und das tötet die gefährlichen multiresistenten Keime ab. Fünf bis zehn Minuten dauert der Vorgang, Menschen müssen den Raum verlassen, die Strahlung ist aggressiv. Das Gerät arbeitet mit einer speziellen Strahlung, die die Erbsubstanz des Bakteriums zerstört.

Chemische Scheuer-Wisch-Desinfektion reicht nicht

Bisher war die sogenannte chemische Scheuer-Wisch-Desinfektion das einzige Mittel, um gegen die Keime vorzugehen. Doch die Erfahrung hat gezeigt: diese Art der Reinigung reicht nicht aus, um alle Bakterien abzutöten.

Laboruntersuchungen maßgeblich für Bekämpfung

Im Labor des Unispitals werden routinemäßig Bakterien untersucht, die bei Patienten gefunden wurden. Die Mikrobiologen versuchen dann, herauszufinden, wie sie diese Bakterien wirkungsvoll bekämpfen können.

Erfolg des Strahlungsgeräts soll hohe Kosten rechtfertigen

Der Leidensdruck in den Krankenhäusern ist erheblich, in Europa sterben jedes Jahr rund 30.000 Patienten nach einer Infektion mit multiresistenten Keimen. Das Strahlungsgerät bekämpfe diese Keime erfolgreich, ist man sich in Basel sicher – die 50.000 Euro Anschaffungskosten seien absolut lohnend.

Schweiz macht den Anfang – zieht Deutschland bald nach?

Die Schweizer sind nach eigenen Angaben die ersten in Europa, die das Strahlungsgerät einsetzen. Und davon überzeugt, dass die Krankenhäuser auf deutscher Seite bald nachziehen werden.

STAND