Trauriger Rekord Noch nie hat Caritas international so viele Hilfen geleistet

Insgesamt hat Caritas international weltweit mit 81 Millionen Euro so viel Hilfen geleistet wie nie zuvor. 715 Projekte in 78 Ländern hat das Hilfswerk im vergangenen Jahr unterstützt.

Ein ambivalenter Rekord, so Caritas-Präsident Peter Neher, denn er zeige auch, dass weltweit mehr Menschen Not leiden als je zuvor.

Dauer

Neher kritisiert das Bestreben der Bundesregierung, die Vorgabe der Nato einzuhalten, zwei Prozent des Bruttoinlandproduktes für die Rüstung auszugeben. Er befürchtet eine weltweite Aufrüstungsspirale: damit würde sich die Situation der Flüchtlinge in den Krisenherden weiter verschlechtern. "Es ist nicht nachzuvollziehen, wenn auf weltpolitischer Ebene davon geredet wird, Fluchtursachen bekämpfen zu wollen, während gleichzeitig die Armeen hochgerüstet werden“, sagte der Caritas-Präsident bei der Jahrespressekonferenz in Freiburg.

Caritas international kritisiert steigende Rüstungsexporte und warnt vor weltweiter Aufrüstungsspirale

"Es gibt viele Beispiele, die zeigen, dass höhere Militärausgaben die humanitäre Situation in vielen Teilen der Welt keinesfalls verbessert haben“, so Neher weiter. Statt den Rüstungsetat zu erhöhen, müsse die internationale Gemeinschaft die Friedensmissionen der Vereinten Nationen mehr unterstützen.

Syrische Bevölkerung braucht dringend Wiederaufbauhilfe

Mit Blick auf die aktuelle Situation in Syrien betont der Leiter von Caritas international, Oliver Müller, dass das Hilfswerk in dem Land künftig auch Wiederaufbauhilfe leisten will. "Je länger der Krieg dauert, desto deutlicher wird, dass reine Nothilfe nicht mehr ausreicht“, erklärte Müller. Die Bundesregierung hat die Unterstützung des Wiederaufbaus an die Bedingung geknüpft, dass zuvor ein politischer Prozess in Syrien auf den Weg gebracht werden muss. "Diese Forderung ist aus politischer Sicht verständlich. Aus humanitärer Sicht wäre es aber fatal, der unschuldig leidenden Zivilbevölkerung solange die dringend benötigte Hilfe zu verwehren, bis Machthaber Assad zu Verhandlungen bereit ist“, sagte Müller.

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