Trauerrednerin aus Eisenbach Lebensthema einer ehemaligen Hebamme

Bettina Hensler ist eigentlich Hebamme, hat schon sehr vielen Babys auf die Welt geholfen. Vor kurzem hat sie ihren Beruf gewechselt und spricht auf Beerdigungen als Trauerrednerin.

Nebel, fallende Blätter, Dunkelheit – es ist November. Der Monat im Jahr, der uns am vielleicht am stärksten an den Tod, das Ende erinnert. Unangenehm, für viele, damit will man ja am liebsten gar nichts zu tun haben. Doch es gibt es Menschen, denen fällt es gar nicht schwer sich mit dem Tod zu beschäftigen.

Dauer

Das wahre Leben – es hat auch seinen Platz auf dem Friedhof in Titisee-Neustadt. Hier spricht Bettina Hensler oft die letzten Worte, als Trauerrednerin. Der Tod, das Ende: damit hat sie keine Berührungsängste. In ihrem Beruf als Hebamme hat sie nicht nur das Glück der Geburt erfahren, sondern auch die unendliche Trauer um totgeborenen Kinder. Damit konnte sie immer gut umgehen.

Die richtigen Worte zu finden bei einer Trauerfeier, die zum Beispiel ohne religiösen Ritus ablaufen soll – dafür hat sie sich weitergebildet. Oft an ihrer Seite: ihr Mann Roland der sie musikalisch unterstützt bei den Trauerreden. Inspiration findet Bettina Hensler in der Natur. Für die Trauernden sammelt sie Herzsteine. Mit Kanten und Ecken, wie das Leben.

Eine Hebamme die Trauerrednerin wird? Geburt und Tod, Anfang und Ende, eigentlich widersprüchlich, doch für Bettina Hensler ist alles verbunden. Werden und Vergehen, es ist das Thema ihres Lebens. Das spürt sie auch immer, wenn sie rausgeht, an ihren Lieblingsort: an eine kleine Fluss-Aue oberhalb von Eisenbach.

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